Supply Elasticity bezeichnet hier die Preiselastizität des Angebots: die Reaktion der angebotenen Menge auf den Preis bei ansonsten unveränderten Bedingungen. Berechnet wird sie als prozentuale Mengenänderung geteilt durch die prozentuale Preisänderung, für einen bestimmten Markt und Zeitraum.
Zurück zur Bäckerei: Uns interessiert nicht nur, ob sie mehr anbietet, sondern wie stark die Menge im Verhältnis zum Preis reagiert. OpenStax verwendet deshalb das Verhältnis prozentualer Änderungen. Elastizität hat keine Einheit; wir teilen nicht einfach Brötchen durch Euro. So lassen sich unterschiedlich große Betriebe vergleichen. Die Steigung einer Linie im Diagramm hängt dagegen auch von den Achseneinheiten ab. Dieselben Preise in Cent statt Euro darzustellen, verändert nicht die Bereitschaft des Bäckers zu backen. [1]
In unserem Beispiel steigt der Preis von 10 auf 12 und die angebotene Menge von 100 auf 130 Stück pro Tag. OpenStax beschreibt die Mittelpunktmethode: Die Änderungen werden durch den Mittelwert aus altem und neuem Wert geteilt. Das ergibt (30 / 115) / (2 / 11), also ungefähr 1,43. Mit den jeweiligen Ausgangswerten als Bezugsgröße wäre das Ergebnis 1,5. Die Bäckerei bleibt dieselbe; nur die Rechenbasis wechselt. Geben Sie deshalb die Methode an und vermischen Sie die Ergebnisse nicht. Der erste Wert beschreibt das genannte Intervall. [1]
Im üblichen Modell, in dem ein höherer Preis die angebotene Menge nicht verringert, unterscheidet OpenStax Werte über 1, gleich 1 und unter 1. Oberhalb dieser Grenze reagiert die Menge prozentual stärker als der Preis, bei Gleichheit genauso stark und darunter schwächer. Ein Wert von 0 bedeutet keine Mengenreaktion auf die Preisänderung. Diese schwächere Reaktion heißt unelastisches Angebot; sie bedeutet nicht zwangsläufig, dass sich die Menge gar nicht verändert. Die Reaktion in einem bestimmten Zeitraum sagt auch noch nichts darüber aus, wie viele Einheiten insgesamt jemals existieren können. [1]
Heute kann die Bäckerei übrigen Teig verarbeiten oder eine Schicht verlängern. Einen neuen Ofen nimmt sie normalerweise nicht innerhalb eines Nachmittags in Betrieb. OpenStax erklärt, warum eine Ausweitung der Produktion über längere Zeit oft leichter ist. Eine Elastizitätsangabe braucht deshalb einen Zeithorizont. Die Reaktion innerhalb eines Tages muss nicht der nach dem Bau eines neuen Betriebs entsprechen. Mehr Zeit bedeutet trotzdem kein unbegrenztes Angebot: Rohstoffe, Personal, Ausstattung und Wirtschaftlichkeit bleiben entscheidend. [2]
Nehmen wir an, gleichzeitig wird Mehl teurer. Dann bietet der Bäcker vielleicht selbst zum gleichen Verkaufspreis weniger Brot an. OpenStax nennt das eine Verschiebung der Angebotskurve: Die Bedingungen des Anbieters haben sich verändert. Das ist etwas anderes als eine Reaktion auf den Brotpreis bei sonst gleichen Bedingungen. Zwei beobachtete Preise und Mengen isolieren daher noch keine Preiselastizität. Zunächst muss geklärt werden, ob sich zwischen den Beobachtungen Kosten, Technik oder Nachfrage verändert haben. [3]
Bitcoin folgt anderen Regeln als die Bäckerei. Hashrate bezeichnet die Geschwindigkeit der Mining-Berechnungen. Die Mining-Schwierigkeit bestimmt, wie viele Berechnungen im Durchschnitt nötig sind, um einen Block zu finden. Steigt die Hashrate, können Blöcke vorübergehend schneller eintreffen. Der Bitcoin Developer Guide beschreibt die Anpassung der Schwierigkeit nach 2016 Blöcken als Reaktion auf das Tempo. Eine höhere Hashrate erlaubt jedoch nicht von sich aus mehr neue Coins je Block. Der Plan zur Erzeugung neuer Coins richtet sich nach der Blockhöhe, also der Position im Kettenverlauf, nicht nach dem aktuellen Marktpreis. Rechenleistung, Blockanzahl und Kalenderzeit müssen deshalb auseinandergehalten werden. [5]
Bitcoin.org erläutert sowohl die begrenzte Erzeugung von Bitcoin (BTC) als auch Angebot und Nachfrage am Markt. Die Regel 21 Million begrenzt die gesamte Ausgabe, nicht die Entscheidungen bisheriger Besitzer. Jemand verkauft bei höherem Preis vielleicht einen Teil seiner Ersparnisse; jemand anderes behält sie in der Wallet. Beides betrifft bereits vorhandene Coins. Die Gesamtzahl der BTC ist daher nicht identisch mit der tatsächlich zum Verkauf stehenden Menge. Aus festen Ausgaberegeln folgt kein bei jedem Preis unverändertes Verkaufsangebot. [4]
Supply Elasticity hilft einzuschätzen, wie das Angebot in einer bestimmten Situation reagieren könnte. Demand Elasticity betrachtet die andere Seite: wie die von Käufern gewünschte Menge auf den Preis reagiert. OpenStax zeigt, dass das Zusammenspiel beider Seiten das Marktergebnis prägt. Ein einzelner Koeffizient bestimmt deshalb weder den künftigen Preis noch garantiert er Gewinn. Eine brauchbare Aussage nennt Markt, Zeitraum, Methode und Annahmen. Bei Bitcoin muss zudem klar sein, ob sie die Ausgabe oder die Verkaufsbereitschaft der Besitzer beschreibt. [2]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Demand Elasticity, 21 Million, Hashrate, Bitcoin. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Demand Elasticity.