KYC ist weder ein einzelnes Formular noch eine universelle Bitcoin-Regel. Es ist risikobasierte customer due diligence mit verlässlicher Prüfung, Aktualisierung und Monitoring. Ein VASP kann Travel Rule und Herkunftsnachweise verlangen; UTXO-Analyse bleibt Indiz.
FATF ordnet KYC in einen breiteren AML/CFT-Rahmen mit Risikoanalyse, Aufzeichnungen, Sanktionen und Verdachtsmeldungen ein. Eine Ausweisprüfung ist nicht das ganze Programm; das KYC-Label garantiert keine Verhinderung jeder Straftat.
Das Institut identifiziert Kunden aus verlässlichen unabhängigen Quellen. Bei Unternehmen ermittelt es wirtschaftlich Berechtigte, Kontrolle und Zweck. Ein gültiger Ausweis belegt begrenzte Merkmale, nicht UTXO-Eigentum oder rechtmäßige Herkunft aller Mittel.
Der risk-based approach richtet Umfang nach Kunde, Produkt, Betrag, Kanal und Land. Niedriges Risiko kann vereinfachte, hohes Risiko enhanced due diligence verlangen. Maßgeblich sind Recht und dokumentiertes Risiko, keine globale Dokumentliste.
Customer due diligence läuft nach dem Onboarding weiter. Profile und Transaktionen werden geprüft; source of funds betrifft eine konkrete Transaktion, source of wealth die breitere Vermögensentstehung. Anforderungen müssen verhältnismäßig sein.
Bitcoin validiert Signaturen ohne Klarnamen. Exchanges, Broker, Custodians oder andere VASPs führen KYC am Rand aus. Eine Self-custody wallet ist nicht automatisch VASP; Transfers mit regulierten Diensten können lokale Prüfungen auslösen.
Die Travel Rule verlangt bei erfassten Transfers bestimmte originator- und beneficiary-Daten. Sie ist kein Bitcoin-Feld und keine consensus rule. EU-Verordnung 2023/1113 trennt Anbietertransfers von person-to-person Transfers ohne Anbieter.
Chain analysis kann Adressen zuordnen, UTXO-Cluster bilden oder Exposition bewerten. Heuristics irren; CoinJoin und interne Transfers ändern Deutung. Ein Score ist kein rechtlicher oder kryptografischer Identitäts- oder Tatnachweis. Kontext und Korrektur bleiben nötig.
KYC-Datenbanken verbinden Namen, Dokumente, Biometrie, Geräte, Konten und Bitcoin-Adressen. Sie sind Ziele für Leaks und Überwachung. Zweckbindung, Minimierung, Sicherheit, Empfängerkontrolle und rechtmäßige Aufbewahrung gelten weiter.
Unvollständige Prüfung kann Dienste verzögern oder beenden. Verdacht kann vertrauliche Meldung oder gesetzliche Sperre auslösen, nicht Schuld feststellen. Schwellen und Rechtsbehelfe variieren; FATF ist nicht selbst direktes Gesetz für jeden.
Vor Datenversand: Rechtsträger, Lizenz, Grund, Rechtsbasis, Umfang, Empfänger, Aufbewahrung, sicherer Kanal und Berichtigung prüfen. Pflicht- und optionale Felder trennen. KYC beweist weder Solvenz, Versicherung, sichere Custody noch Bestpreis. Quellen: FATF Recommendations — Recommendation 10; FATF — Virtual Assets and VASPs Guidance; EU Regulation 2023/1113 — crypto-asset transfers; EBA — Travel Rule Guidelines; FinCEN — Customer Due Diligence Final Rule.
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Bitcoin-Privatsphäre, Custodial Exchange, Selbstverwahrung, Pseudonymität, UTXO, CoinJoin. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem CoinJoin, Bitcoin-Privatsphäre, Pseudonymität, Custodial Exchange.