116 / 691SYBIL

Sybil-Angriff

Bei einem Sybil-Angriff tritt ein Gegner unter vielen Netzwerkidentitäten auf. Bitcoin trennt die Peer-Anzahl vom Konsensgewicht und bindet die Blockproduktion an Proof of Work.

Sybil-Resistenz verbietet keine falschen Peers. Identitätsvermehrung allein erzeugt weder Signaturen fremder Schlüssel noch gültige Münzen oder Arbeit; sie kann jedoch Routing-, Eclipse- und Überwachungsangriffe unterstützen.

John Douceur beschrieb den Sybil-Angriff 2002: Eine Entität gibt sich als mehrere unabhängige Teilnehmer aus. Pseudonyme sind leicht zu erzeugen; geeignete Adressen oder Verbindungen zu beschaffen kann dennoch Ressourcen kosten. [John R. Douceur — The Sybil Attack]

Bitcoin hat kein globales Register, das einen Knoten einem Menschen zuordnet. Auch eine andere IP-Adresse beweist allein keinen unabhängigen Betreiber. [John R. Douceur — The Sybil Attack] [Bitcoin Developer Guide — P2P Network]

Ein Full Node prüft Konsensregeln unabhängig. Eine Mehrheit verbundener Peers kann eine ungültige Transaktion nicht durch Abstimmung gültig machen. [Satoshi NakamotoBitcoin whitepaper] [The Bitcoin Backbone Protocol]

Proof of Work bindet das Gewicht bei der Auswahl gültiger Ketten an kumulierte Arbeit. Mehr beworbene Identitäten erhöhen allein weder Hashrate noch Kettenarbeit. [Satoshi NakamotoBitcoin whitepaper] [The Bitcoin Backbone Protocol]

Identitätsvermehrung kann keine fremden Signaturen fälschen, Münzen außerhalb der Ausgaberegeln schaffen oder einen ungültigen Block durchsetzen. Die Prüfung dieser Regeln bleibt Aufgabe des Full Node. [Satoshi NakamotoBitcoin whitepaper] [The Bitcoin Backbone Protocol]

Kontrollierte Peers können um Plätze in Adresstabellen und Verbindungen eines Opfers konkurrieren. Helfen sie, dessen relevante Verbindungen zu übernehmen, kann ein Eclipse-Angriff entstehen; viele Identitäten allein belegen keine vollständige Isolation. [Bitcoin Developer Guide — P2P Network] [Heilman et al. — Eclipse Attacks on Bitcoin]

Vielfältige ausgehende Verbindungen, Adressgruppierung und probeweise Feeler-Verbindungen in Bitcoin Core begrenzen Konzentration. Das sind Abwehrmaßnahmen, kein Nachweis unabhängiger Peers und keine Garantie gegen Isolation. [Bitcoin Core v29.0 — Peer connections] [Heilman et al. — Eclipse Attacks on Bitcoin]

IP- und Tor-Dienstadressen dienen der Verkehrsleitung, nicht als Konsensberechtigung. Mehrere Adressen können einem Betreiber gehören und mehrere Nutzer einen Netzwerkpfad teilen. [Bitcoin Developer Guide — P2P Network] [Bitcoin Core v29.0 — Peer connections]

Proof of Work begrenzt Identitätsmissbrauch bei der Historienauswahl, löst aber nicht jeden P2P-Missbrauch. Überflutung, Überwachung und Manipulation der Nachrichtenverfügbarkeit benötigen ein eigenes Bedrohungsmodell. [John R. Douceur — The Sybil Attack] [Heilman et al. — Eclipse Attacks on Bitcoin] [The Bitcoin Backbone Protocol]

Ein öffentlicher Zähler erreichbarer Knoten zählt weder Menschen noch Stimmen über Regeln. Sicherheit wird anhand gegnerischer Ressourcen, Netzwerkbeziehungen und unabhängiger Validierung beurteilt, nicht allein nach Identitätszahl. [John R. Douceur — The Sybil Attack] [Bitcoin Developer Guide — P2P Network] [The Bitcoin Backbone Protocol]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Nakamoto-Konsens, Eclipse-Angriff, Selfish Mining, Blockausbreitung. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Problem der byzantinischen Generäle, Eclipse-Angriff.

DOC · 001John R. Douceur — The Sybil AttackPrimärquelleDOC · 002Satoshi Nakamoto — Bitcoin whitepaperPrimärquelleDOC · 003Bitcoin Developer Guide — P2P NetworkDokumentationDOC · 004Bitcoin Core v29.0 — Peer connectionsDokumentationDOC · 005Heilman et al. — Eclipse Attacks on BitcoinPrimärquelleDOC · 006The Bitcoin Backbone ProtocolPrimärquelle
Quellenbasiert · Keine Anlageberatung