Saifedean Ammous ist Ökonom und Autor von The Bitcoin Standard. Er beschreibt Bitcoin vor allem als Geld mit einem schwer ausweitbaren Angebot, nicht bloß als Zahlungs-App. Dabei folgt er der Österreichischen Schule, die individuelle Entscheidungen, Knappheit und Zeit betont. Seine Bücher können die Argumente für Bitcoin verständlich machen. Sie vertreten jedoch eine bestimmte wirtschaftliche Sichtweise und sind weder Wallet-Anleitungen noch Preisgarantien.
The Bitcoin Standard beginnt nicht mit dem Handelsbildschirm einer Börse. Ammous fragt zunächst, was Menschen als Geld verwendet haben und warum manche Tauschmittel Bestand hatten, während andere ihre Stellung verloren. Darauf baut seine Erklärung von Bitcoin auf. Wiley führt eine Ausgabe von 2018 mit der ISBN 9781119473862; eine ISBN kennzeichnet eine bestimmte Buchausgabe. Für Einsteiger ist vor allem die Reihenfolge hilfreich: erst verstehen, wozu Geld dient, und dann untersuchen, was Bitcoin in dieser Rolle bietet. [1]
Stellen Sie sich vor, einen Teil Ihrer heutigen Arbeit in Ersparnisse für später umzuwandeln. Einfach heute zahlen zu können, reicht dann nicht aus; entscheidend ist auch, was man künftig dafür kaufen kann. The Bitcoin Standard plädiert für Geld, dessen Angebot sich nur schwer rasch erhöhen lässt, und beschreibt Bitcoin als dezentrale Alternative zum Zentralbankwesen. Das ist das wirtschaftliche Argument des Autors. Ein Buch legt keine Netzwerkregeln fest, und Zustimmung zu seiner These ist keine Abstimmung darüber, welche Transaktionen Bitcoin akzeptiert. [1]
Ammous verwendet stock-to-flow, um einen vorhandenen Bestand mit der jährlichen Neuproduktion zu vergleichen. Bei Gold kann man sich das bereits angesammelte Metall neben der Menge vorstellen, die Minen in einem Jahr hinzufügen. Ist der Zuwachs im Verhältnis zum Bestand klein, wird dieser auch durch mehr Förderung nicht schnell überschwemmt. So erklärt er monetäre Härte: die Schwierigkeit, das Angebot stark auszuweiten. Das Verhältnis misst aber nicht, wie viele Menschen etwas kaufen möchten. Auch ein seltener Gegenstand kann das Interesse der Käufer verlieren. Aus dem Verhältnis allein lässt sich deshalb weder ein künftiger Preis berechnen noch die Kaufkraft von Ersparnissen garantieren. [9] [4]
The Fiat Standard richtet den Blick auf gewöhnliche staatliche Währungen und Bankgeld. Ammous vergleicht die Geldschöpfung durch Kredite mit Mining, um zu untersuchen, wie neues Geld in ein System gelangt. Das ist ein Vergleich und keine Behauptung, ein Bankkredit verwende Proof of Work, also die Rechenarbeit beim Bitcoin-Mining. Die Einleitung begrenzt auch ausdrücklich den historischen Anspruch des Buches und erkennt den Vorteil des herkömmlichen Systems gegenüber physischem Gold beim Werttransfer über Entfernungen an. Seine Kritik sollte zusammen mit der Erklärung gelesen werden, welches Problem dieses System löst. [3] [2]
In Principles of Economics entwickelt Ammous seinen Ansatz vom menschlichen Handeln über Wert und Zeit bis zu Kapital und Geld. Kapital lässt sich für Einsteiger etwa als Werkzeug verstehen, das man heute kauft, um später mehr zu produzieren. Zeitpräferenz beschreibt, wie Menschen die Erfüllung von Bedürfnissen heute gegenüber später bewerten. Solche Fragen tragen seine Erklärung von Sparen und Investieren. Das Buch folgt ausdrücklich der Österreichischen Schule. Es ermöglicht, diese Argumentation nachzuvollziehen, statt einen gemeinsamen Schluss aller ökonomischen Richtungen vorauszusetzen. [4]
The Gold Standard wählt eine andere Erzählform und verbindet Geschichte, Roman und Wirtschaftsanalyse. In seiner erfundenen Handlung betreibt die Blériot Transport Corporation, kurz BTC, ein Netzwerk zur Goldabwicklung per Flugzeug. Die Wende im Jahr 1915 gehört zu dieser alternativen Geschichte. BTC bezeichnet hier nicht das reale Bitcoin-Netzwerk. Leser sollen darüber nachdenken, wie die Welt unter anderen monetären Bedingungen aussehen könnte, und Romanereignisse nicht als belegte Chronik übernehmen. [5]
Wer die Ausgabe neuer Bitcoins überprüfen möchte, kann vom Buch zum öffentlichen Quellcode wechseln. In Bitcoin Core 29.0 berechnet GetBlockSubsidy die Subvention, also die neuen Münzen eines Blocks, und halbiert sie abhängig von der Höhe der Kette. Gemeint ist die Position des Blocks, kein kalendarisches Versprechen. MAX_MONEY hat einen anderen Zweck: Die Konstante setzt eine Kontrollgrenze für Beträge und ist nicht die tatsächlich ausgegebene Gesamtmenge. Diese Eigenschaften lassen sich ohne Vertrauen in einen Buchautor prüfen. Selbst eine korrekte Beschreibung der Angebotsregeln sagt aber nicht, zu welchem Preis Münzen gehandelt werden. [6] [7]
Notieren Sie bei einer Passage, die Sie teilen oder prüfen möchten, Ausgabe, Übersetzer und Kapitel oder Seite. The Bitcoin Standard und weitere Titel liegen in Übersetzungen vor; Wortlaut und Seitenzahlen können deshalb abweichen. Der Autorenkatalog hilft beim Finden eines Buches. Um eine bestimmte Schlussfolgerung zu prüfen, muss man deren Begründung und Belege betrachten. Empfehlungen bekannter Leser und Verkaufszahlen ersetzen diese Arbeit nicht. Eine hilfreiche Frage beim Lesen lautet: Beschreibt der Autor ein belegtes Ereignis, erklärt er eine Regel, oder leitet er aus Annahmen einen eigenen Schluss ab? [8] [1]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit The Bitcoin Standard, Österreichische Schule, Stock-to-Flow. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Hackers Congress Paralelní Polis, Lyn Alden, The Bitcoin Standard, The Fiat Standard.