Ein wirtschaftswissenschaftliches Buch, das Fiatgeld anhand des Vergleichs mit Bitcoin erklärt. Ammous untersucht, wie das System funktioniert und fortbesteht, und entwickelt zugleich seine eigene Kritik an dessen Anreizen. Dieser Eintrag stützt sich auf die Präsentation des Autors und öffentliche Auszüge; er gibt sich nicht als vollständige Zusammenfassung des nicht verfügbaren Textes aus.
The Fiat Standard stammt von Saifedean Ammous. Der Untertitel The Debt Slavery Alternative to Human Civilization drückt eine dezidiert kritische Haltung aus. Während das vorherige Buch von der Geschichte und den Funktionen des Geldes zu Bitcoin führte, richtet sich der Blick hier auf die Funktionsweise des Fiat-Systems. [1]
In der öffentlichen Einleitung erläutert der Autor den Weg vom monetären Mechanismus über gesellschaftliche Folgen zum Verhältnis zwischen Fiatgeld und Bitcoin. Die Leser erhalten somit eine Argumentation, die Institutionen, Anreize und mögliche künftige Ordnungen verbindet, nicht bloß eine Beschreibung einer digitalen Währung. [2]
Ammous verwendet Begriffe wie Netzwerke, Knoten, Mining und Guthaben als Analogie für das Bankensystem. Kreditgeld beschreibt er anhand von Versprechen zukünftiger Leistungen, die für heutige Zahlungen dienen können. Dies ist die Darstellung des Autors; eine Bank wird dadurch nicht zu einem Bitcoin-Knoten, und ihre Kreditvergabe ist kein Proof of Work. [3]
Der Autor verbindet die Kreditschöpfung mit den Anreizen von Banken, Schuldnern und Staat. Er untersucht, wem diese Ordnung zugutekommt und auf wen sie seiner Argumentation zufolge Kosten verlagert. Diese Kritik schreiben wir Ammous zu; eine buchhalterische Beschreibung und die Bewertung gesellschaftlicher Auswirkungen sind unterschiedliche Arten von Aussagen. [3]
Eine wichtige Unterscheidung der Einleitung betrifft die Nutzbarkeit von Geld über Raum und Zeit hinweg. Ammous erkennt an, dass die Fiat-Infrastruktur im Vergleich zu physischem Gold den Fernhandel erleichtert hat, kritisiert zugleich aber ihre Fähigkeit zur Wertaufbewahrung. Diese Gegenüberstellung erklärt, warum er sich auch mit der Nützlichkeit des von ihm abgelehnten Systems beschäftigt. [2]
Laut Einleitung erweitert der zweite Teil die Argumentation auf Familie, Ernährung, Bildung, Wissenschaft, Gesundheit, Brennstoffe und Sicherheit. Das verbindende Thema sind Anreize und Entscheidungen in einem Umfeld von Kreditgeld. Es handelt sich um weitreichende Kausalthesen des Autors, die einzeln zu prüfen und nicht als allgemein bewiesene Schlussfolgerungen zu übernehmen sind. [2]
Der abschließende Teil behandelt laut Übersicht des Autors Skalierung, Bankwesen, Sparen und Energie sowie anschließend Szenarien für Erfolg und Scheitern von Bitcoin. Das Buch fragt damit, wie Bitcoin in einer Welt des Fiatgeldes funktionieren könnte; seine Szenarien sind keine garantierten Prognosen. [2]
Grundlage dieses Eintrags sind die Website des Autors, die öffentliche Einleitung und der Auszug Fiat Technology. Die Einleitung bietet den Überblick des Autors über weitere Teile, ersetzt aber deren Lektüre nicht. Für ein eingehendes Studium sollte man mit einer bestimmten Ausgabe arbeiten und zwischen Analogie, historischer Aussage und Werturteil unterscheiden. [1] [2] [3]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Saifedean Ammous, Fiatgeld, Credit Expansion, Credit risk, The Bitcoin Standard. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Broken Money, The Mandibles.
01Wie unterscheidet sich The Fiat Standard von The Bitcoin Standard?+
Es kehrt den Vergleich um: Kenntnisse über Bitcoin dienen dazu, das Fiat-System zu erklären. Neben dem monetären Mechanismus untersucht es gesellschaftliche Anreize und mögliche Beziehungen zwischen beiden Systemen.
02Ist dieser Eintrag eine Zusammenfassung des vollständig gelesenen Buches?+
Nein. Er beruht auf der Präsentation des Autors und öffentlichen Auszügen. Die Beschreibung der Struktur weiterer Teile stammt aus der Einleitung des Autors; wir behaupten keine unabhängige Überprüfung jedes Kapitels oder seiner Schlussfolgerung.