Eine Hardware Wallet verwahrt private Schlüssel und erzeugt damit digitale Signaturen: überprüfbare Zustimmungen zu Zahlungen. Computer oder Smartphone bereiten die Transaktion vor; nach Ihrer Kontrolle signiert das Gerät sie. Dabei sollen die Schlüssel im Gerät bleiben. Geht es verloren oder kaputt, lässt sich der Zugang mit dem richtigen Backup wiederherstellen. Die PIN allein reicht dafür nicht.
Stellen Sie sich vor, Eva verwendet eine Hardware Wallet, die eines Tages nicht mehr funktioniert. Ihre Bitcoins sind dadurch nicht ebenfalls kaputt: Die Aufzeichnungen bleiben im Netzwerk. Sie muss die Schlüssel wiederherstellen, mit denen sie Zahlungen signiert. Dafür dient das Backup, häufig als Seed Phrase notiert, also als Liste von Wiederherstellungswörtern. Gerät und Backup haben unterschiedliche Aufgaben. Das eine bestätigt Zahlungen, das andere halten Sie für die Wiederherstellung bereit. Bewahren Sie das vollständige Backup offline und getrennt vom Gerät auf, damit nicht ein Diebstahl oder Unfall beides vernichtet. [1] [5]
Auf dem Laptop öffnen Sie Websites, Anhänge und neue Programme. Liegen dort auch private Schlüssel, kann ein Angriff den Zugriff auf Ihr Geld gefährden. Eine Hardware Wallet verlagert die Arbeit mit Schlüsseln in ein separates Gerät. Der Computer zeigt weiterhin die Wallet an und kommuniziert mit dem Netzwerk, braucht zum Signieren aber das Gerät. Es werden keine Coins in einen USB-Speicher verschoben. Sie trennen die Ausgabeberechtigung vom Rechner für alles andere. [1]
Eva trägt Empfängeradresse und Betrag in der App ein. Diese erstellt einen Transaktionsvorschlag und übergibt ihn dem Gerät. Eva prüft die Angaben auf dessen Display und bestätigt; das Gerät erzeugt eine Signatur und gibt das Ergebnis zurück. Die App sendet die Transaktion ins Bitcoin-Netzwerk. Dafür benötigt sie keine privaten Schlüssel. Ebenso überprüft Eva eine Empfangsadresse am Gerät, bevor sie sie verwendet. Danach kann sie auch bei ausgeschaltetem Gerät Geld empfangen: Dafür braucht es keine eigene Signatur. [3] [1]
Ein kompromittierter Computer kann eine kopierte Adresse ersetzen oder andere Angaben anzeigen, als er zur Signatur übermittelt. Vergleichen Sie deshalb die vollständige Empfängeradresse, den Betrag und die Gebühr auf dem vertrauenswürdigen Gerätedisplay. Die Transaktion kann auch Change enthalten, den Restbetrag, der in Ihre eigene Wallet zurückgeht. Das Gerät oder der Signierablauf muss überprüfen, dass dieser Ausgang tatsächlich Ihnen gehört, statt nur die Beschriftung des Computers zu übernehmen. Sind Angaben unverständlich oder abweichend, bestätigen Sie nicht. [2]
Bei der Eigenverwahrung kontrollieren Sie die Signaturen statt einer Börse oder eines anderen Verwahrers. Zum Bezahlen benötigen Sie daher dessen Zustimmung nicht. Verantwortung für Backups und korrekte Freigaben liegt aber ebenfalls bei Ihnen. Vergessene Wiederherstellungsdaten kann der Hersteller in der Regel nicht ergänzen. Sicherheit besteht deshalb nicht allein im Kauf eines guten Geräts: Sie brauchen einen Ablauf, den Sie verstehen und auch nach längerer Pause bewältigen. [1]
Eine Hardware Wallet kann es Schadsoftware auf dem Computer erschweren, Schlüssel zu stehlen. Sie kennt jedoch Ihre tatsächliche Absicht nicht, wenn Sie selbst eine falsche Zahlung freigeben. Auch ein an Betrüger verratenes Backup schützt sie nicht. Der Schutz hängt vom Gerät, seiner internen Software namens Firmware und Ihrer tatsächlichen Prüfung ab. Kabel, Funkverbindung oder QR-Code sind Übertragungswege; keiner davon beweist für sich allein Sicherheit. [1] [4]
Überlegen Sie, was in Ihrer Situation passieren könnte. Ein Backup neben dem Gerät kann beim selben Brand verloren gehen; ein ausgeklügeltes Versteck finden Erben womöglich nie. Phishing bezeichnet Täuschungen, die Sie zur Preisgabe geheimer Daten bewegen, etwa durch eine gefälschte Support-Nachricht. Malware ist schädliche Software auf einem Gerät. Berücksichtigen Sie daneben Einbruch, Zwang, Defekte und eigenes Vergessen. Zusätzlicher Schutz darf nicht dazu führen, dass Sie die Wallet nicht mehr wiederherstellen können. [1]
Sie verlassen sich auch darauf, wer das Gerät gebaut hat, wie es zu Ihnen gelangt ist und welche Firmware darauf läuft. Der Weg von der Herstellung bis zur Zustellung heißt Lieferkette. Manche Modelle verwenden ein Secure Element, einen spezialisierten Chip, der physische Angriffe erschweren soll. Seine Anwesenheit garantiert nicht die Sicherheit des gesamten Produkts; zudem wird er je nach Gerät unterschiedlich eingesetzt. Verlässliche Transaktionsanzeigen, Unterstützung durch Updates und verständliche Wiederherstellung sind ebenso wichtig. [4] [6]
Kaufen Sie aus einer überprüfbaren Quelle und richten Sie das Gerät selbst nach der offiziellen Anleitung für das jeweilige Modell ein. Prüfen Sie Verpackung und verfügbare Echtheitsprüfungen; eine unversehrte Schachtel ist keine Garantie. Verwenden Sie keine vom Verkäufer vorab ausgefüllten Wiederherstellungswörter. Notieren Sie das Backup, setzen Sie eine PIN und testen Sie die Wiederherstellung nach dem sicheren Herstellerverfahren, bevor Sie größere Beträge einzahlen. Empfangen Sie zunächst einen kleinen Betrag und führen Sie eine Testzahlung durch. Prüfen Sie vor Updates, ob das Backup nutzbar ist. Ein in Anteile aufgeteiltes Backup benötigt die vorgeschriebene Anzahl davon; eine Wortliste beliebig zu zerschneiden ist etwas anderes. [1] [5]
Die PIN entsperrt ein bestimmtes Gerät. Mit dem vollständigen Backup lassen sich Schlüssel auf einem anderen kompatiblen Gerät wiederherstellen; die ursprüngliche PIN schützt es daher nicht. Eine optionale Passphrase ist ein zusätzliches Geheimnis, aus dem zusammen mit dem Backup die Wallet abgeleitet wird. Nutzen Sie eine, brauchen Sie zur Wiederherstellung auch deren exakten Wortlaut; eine andere Passphrase ergibt eine andere Wallet. Senden Sie Wiederherstellungswörter nicht an den Support und geben Sie sie nicht zur „Verifizierung“ oder „Synchronisierung“ auf einer Website ein. Normale Zahlungen benötigen sie nicht. Wurde das Backup offengelegt, löst eine neue PIN allein das Problem nicht. Auch das ursprüngliche Backup-Format und die Wallet-Einstellungen müssen bei der Wiederherstellung berücksichtigt werden. [1] [5]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Cold Storage, Trezor, Seed Phrase, PSBT. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem BIP 39, HD Wallet, Cold Storage, Watch-only Wallet.