Ein Hackerspace ist ein gemeinsamer Ort mit Werkzeugen und Menschen, die Erfahrungen teilen. Im brmlab reichen die Interessen von Elektronik und Programmierung bis zu Wissenschaft und Kunst. Fachwissen ist keine Voraussetzung; Neugier und Lust aufs Ausprobieren zählen.
Stellen wir uns Anna vor: Sie möchte einen einfachen Temperatursensor bauen, hat aber weder einen Lötkolben noch Erfahrung mit Elektronik. Eine Gemeinschaftswerkstatt kann Werkzeuge und jemanden bieten, der die Schaltung erklärt. Gerade das Teilen von Werkzeugen und Erfahrungen macht eine solche Werkstatt wertvoll. Hacker bezeichnet hier einen Menschen, der Dinge verstehen und kreativ verändern möchte. Das Wort steht nicht automatisch für Einbrüche in fremde Computer. [1] [12]
Die Gemeinschaft begann am 22. Juni 2010, brmlab aufzubauen. Ab Oktober hatte sie Räume im Orco-Gebäude nahe der Prager Vltavská. Sie bezeichnet sich als ersten tschechischen Hackerspace. Ein Dezemberbericht vom Techniktreffen 27C3 nennt bereits Workshops und einen Laserprojektor, für den offene Software entwickelt wurde. Es blieb also nicht bei Gesprächen im Internet: Menschen kamen zusammen, arbeiteten an Geräten und probierten unfertige Ideen aus. [1] [6]
In einem gemeinsamen Raum müssen Miete bezahlt, Werkzeuge gepflegt und Böden geputzt werden. brmlab lebt von seiner Gemeinschaft, Beiträgen, Spenden und persönlicher Mitarbeit. Mitglieder dürfen auch über gemeinsame Angelegenheiten abstimmen. Treffen und Projekte stehen jedoch ebenso Nichtmitgliedern offen. Anna muss deshalb keine Mitgliedschaft kaufen, bevor sie eine Frage stellt. Wer regelmäßig mitmacht, hilft sinnvollerweise auch dabei, die Werkstatt für andere nutzbar zu halten. [3]
Die ersten Jahre verbrachte brmlab im Orco-Gebäude. Als Ende 2017 die Sanierung begann, wurden neue Räume nötig; die Ortsseite nennt den 25. März 2018 als Umzugstag ins Eclipse-Gebäude. Sie beschreibt rund 250 Quadratmeter an der Adresse Pod Kapličkou 20 in Prag. Ältere Fotos und Berichte zeigen deshalb möglicherweise eine andere Werkstatt. Vor einem Besuch sind aktuelle Anfahrtsinformationen hilfreicher als eine Adresse aus einem historischen Bericht. [2]
Die Ausstattung zeigt die Vielfalt der Interessen: Elektronik, mechanische Arbeiten, Mikroskope, Biologie, ein kleines Chemielabor und Amateurfunk. Dazu kommen 3D-Drucker und eine selbst gebaute CNC-Maschine, also eine computergesteuerte Maschine. Ein Einzelner könnte all das nur schwer selbst anschaffen. Eine Liste reserviert allerdings kein funktionierendes Gerät und ersetzt keine sichere Einweisung. Verfügbarkeit und nötige Kenntnisse müssen mit den Menschen vor Ort geklärt werden. [2]
Projekte erhalten Seiten in einem Wiki, einer gemeinsam bearbeitbaren Website. Werden Vorgehen, Bauteile und Ergebnisse festgehalten, können andere nachvollziehen, was gelungen ist und wo die Arbeit aufgehört hat. Der Katalog reicht von Robotik, Biologie und Funk bis zu Bitcoin. Er enthält abgeschlossene Versuche, laufende Arbeiten und bloße Vorschläge. Eine vorhandene Seite bedeutet daher weder, dass ein Projekt noch aktiv ist, noch dass man ein fertiges Produkt bestellen kann. [4]
Vorträge und praktische Workshops gehören zum Leben im brmlab. Zu seiner Geschichte zählt auch eine Reihe kurzer Präsentationen namens Lightning Talks. Gemeint ist hier ein Vortragsformat, nicht das Zahlungssystem Lightning Network. Anfänger können zunächst zuhören und Fragen stellen. Bringt Anna ein kaputtes Gerät mit, sollte sie nicht voraussetzen, dass jemand es für sie repariert: brmlab erklärt Besuchern ausdrücklich, dass es kein Reparaturbetrieb ist. Hilfe muss mit einer konkreten Person vereinbart werden. [5] [11] [13]
Für Bitcoin ist besonders ein Treffen aus dem Jahr 2011 wichtig. Laut der Geschichte von SatoshiLabs begegneten sich im brmlab Marek Palatinus, bekannt als Slush, und Pavol Rusnák, bekannt als Stick. Sie wollten private Schlüssel schützen: geheime Daten, mit denen der Besitzer das Ausgeben von Bitcoin autorisiert. Daraus entwickelte sich die Idee eines separaten Geräts. Eine Hardware Wallet kann eine Zahlung signieren, ohne den Schlüssel an den angeschlossenen Computer herauszugeben. Das verringert die Angriffsfläche für Schadsoftware; Backups und Zahlungskontrolle bleiben nötig. [7]
Die Zusammenarbeit wurde mit Alena Vránová und der Gründung von SatoshiLabs 2013 fortgesetzt; die ersten Trezor-Geräte wurden 2014 ausgeliefert. brmlab war der Ort, an dem Menschen zusammenkamen und Ideen entwickelten. Entwicklung und Geschäft lagen bei einem eigenständigen Team. Treffender ist es deshalb, die Werkstatt als Umfeld der Zusammenarbeit zu würdigen, statt ihr Trezor als Eigentum zuzuschreiben. Auch ihre anderen Projekte sind nicht automatisch Bitcoin-Projekte. [7]
brmlab verbindet Neugier mit praktischer Erfahrung und anderen Menschen. Wer vorbeikommen möchte, beginnt am besten mit dem offiziellen Kalender und den Hinweisen der Gemeinschaft. OPEN und CLOSED im Wiki zeigen den gemeldeten Öffnungszustand der Räume an, nicht die Gründung oder Auflösung der Organisation. Laut FAQ kann diese Anzeige auch veraltet sein. Eine vorherige Absprache ist daher hilfreicher als ein grünes Symbol allein. Der erste Besuch darf mit einer einfachen Frage beginnen. [11] [2]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Prager Bitcoin-Ökosystem, SatoshiLabs, Trezor, Marek „Slush“ Palatinus, Pavol „Stick“ Rusnák, Bitcoin. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Prager Bitcoin-Ökosystem, SatoshiLabs, Trezor, Marek „Slush“ Palatinus.