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Cold Storage

Schlüssel fern vom gewöhnlichen Online-Computer verwahren

Bitcoin liegt weder im Tresor noch auf einem USB-Stick. Das Netzwerk verzeichnet die Coins; geschützt werden die Schlüssel, mit denen wir sie ausgeben können. Cold Storage trennt diese Schlüssel vom gewöhnlichen Online-Computer. Für dauerhaften Schutz braucht es außerdem sichere Backups und eine erprobte Wiederherstellung.

Cold Storage bedeutet, die privaten Bitcoin-Schlüssel vom alltäglichen Computer oder Smartphone mit Internetzugang zu trennen. Die Schlüssel erzeugen Signaturen, die Zahlungen nachprüfbar autorisieren. Den Kontostand können Sie online beobachten und auch bei ausgeschaltetem Signiergerät Geld empfangen. Zum Senden brauchen Sie dessen Signatur oder sicher wiederhergestellte Schlüssel. Die Trennung begrenzt Fernangriffe, ersetzt aber weder Backups noch die Zahlungsprüfung.

Alice möchte Bitcoin langfristig halten, nutzt ihren Laptop aber auch für Arbeit, E-Mails und Downloads. Ein Angriff auf den Laptop soll dem Angreifer nicht gleich die Schlüssel zu ihren Ersparnissen liefern. Deshalb erzeugt und verwahrt sie diese in einem separaten, vertrauenswürdigen Gerät. In die Laptop-App überträgt sie nur die öffentlichen Angaben, die zum Beobachten der Wallet nötig sind. Schickt sie Bitcoin aus ihrer bisherigen Wallet an eine zuvor überprüfte Empfangsadresse, kann das Signiergerät ausgeschaltet bleiben. Das Netzwerk verzeichnet die Zahlung, die App zeigt deren Bestätigungen an; keine Datei mit Geld wird in das Gerät geladen. Einen Monat später will Alice einen Teil weiterüberweisen. Der Laptop bereitet einen Vorschlag vor: an wen, wie viel und zu welcher Gebühr. Alice übergibt ihn dem Signiergerät, prüft die Angaben auf dessen Display und bestätigt erst dann. Das Gerät erzeugt eine digitale Signatur als Nachweis der Ausgabeberechtigung, ohne die privaten Schlüssel herauszugeben. Die signierte Transaktion kehrt zur Online-App zurück, die sie ins Netzwerk sendet. Diese Arbeitsteilung ist der Kern von Cold Storage. Das Etikett allein sagt nichts über die Qualität des Geräts, die Richtigkeit der angezeigten Adresse oder darüber aus, ob Alice nach einem Defekt die Wallet wiederherstellen kann. [7] [11]

Offline bleiben die Schlüssel, nicht die Bitcoins. Jedes UTXO, ein noch nicht ausgegebener Ausgang einer früheren Zahlung, bleibt in der öffentlichen Blockchain verzeichnet. Einen bereits kompromittierten Laptop vom Netz zu trennen, reicht nicht; eine Metallplatte mit Wörtern ist ein Backup und kein Signiergerät. Berücksichtigen Sie Diebstahl, Feuer, Geräteausfall und den Tod des Eigentümers. Glacier Protocol unterscheidet deshalb Einrichtung, Einzahlungen, Auszahlungen, Beobachtung und Wartung. [9] [10]

Die Sicherungswörter heißen Seed Phrase. Eine optionale Passphrase ist ein zusätzliches, selbst gewähltes Geheimnis zur Ableitung der Wallet, nicht die Geräte-PIN. Multisig wiederum verlangt Signaturen mehrerer Schlüssel. Erzeugen Sie Schlüssel auf einem vertrauenswürdigen Gerät und dokumentieren Sie Backup-Format, eine etwaige Passphrase und die Wallet-Konfiguration. BIP129 beschreibt eine zweistufige Multisig-Einrichtung mit Prüfung der Schlüssel und der gemeinsamen Konfiguration. Vergleichen Sie die Empfangsadresse auf dem Signiergerät, nicht nur am Computer. Beginnen Sie mit einem kleinen Transfer und testen Sie Empfang, Ausgabe und Wiederherstellung. Der Zahlungseingang allein beweist noch keine funktionierende Wiederherstellung. [5] [11]

Seed Phrase und verwendete Passphrase ermöglichen es, die Schlüssel erneut abzuleiten. Zum Auffinden der richtigen Wallet können weitere Angaben nötig sein. Eine andere Passphrase führt zu einer anderen Wallet und ersetzt keine vergessene. SLIP39-Backup-Anteile sind keine bloßen Kopien des Seeds, der geheimen Ausgangsdaten zur Schlüsselableitung: Erst die erforderliche Anzahl ermöglicht die Wiederherstellung. Schützen Sie Backups vor Diebstahl, Fotografieren und Beschädigung. Geben Sie ein echtes Backup niemals auf einer Website oder einem gewöhnlichen Online-Computer ein. [13] [14]

Ein Air Gap trennt das Gerät von einer direkten Netzwerkverbindung. Daten gelangen dennoch etwa per QR-Code oder microSD hinein. Fehler im Programm zum Einlesen übertragener Daten (Parser), schädliche Gerätesoftware (Firmware) oder täuschende Displays können auch dieses System gefährden. Verwenden Sie verifizierte Firmware, unterstützte Formate und unabhängige Transaktionsprüfungen. Eine Speicherkarte bereinigt keinen infizierten Computer; ein QR-Code ist nicht automatisch sicher. Auch eine kabelgebundene Hardware Wallet kann Schlüssel isolieren. Die Verbindungsart allein ist keine Sicherheitsgarantie. [1] [7] [12]

Denken Sie auch an Einbruch, heimliches Kopieren von Backups, Zwang und die Wiederherstellung durch Erben. Ein einzelnes Ereignis sollte weder genug Schlüssel für einen Diebstahl offenlegen noch so viele Unterlagen vernichten, dass keine Wiederherstellung mehr möglich ist. Ein Siegel kann Manipulation anzeigen, verhindert aber kein Kopieren. Versteckte Wallets oder Täuschungswallets garantieren keinen Schutz vor Zwang. Dokumentieren Sie Ablauf und Rollen, ohne unnötig Geheimnisse offenzulegen. Betriebliche Doppelkontrolle erfordert eine andere Organisation als private Verwahrung. [9] [10] [13]

Kontrollieren Sie Zustand der Backups, Verständlichkeit der Anleitungen und Gerätekompatibilität, ohne den Seed unnötig offenzulegen. Ein sicherer Wiederherstellungstest muss die richtigen UTXOs aus empfangenen Zahlungen und aus dem an die eigene Wallet zurückgeführten Restbetrag (Change) finden und eine gültige Signatur erzeugen; die Annahme einer Wortliste genügt nicht. Nutzen Sie ein vertrauenswürdiges Gerät. Vor einem Geräte- oder Regelwechsel den gesamten Ablauf mit einem kleinen Betrag testen. Bei Verdacht auf kompromittierte Schlüssel neue unabhängige Schlüssel erzeugen und das Guthaben sicher übertragen. Alte Wiederherstellungsunterlagen erst nach Prüfung des neuen Systems aufgeben. [7] [9] [10]

Ein Skript legt fest, unter welchen Bedingungen Bitcoin ausgegeben werden können. Ein erweiterter öffentlicher Schlüssel, xpub genannt, erlaubt die Ableitung weiterer öffentlicher Schlüssel im jeweiligen Wallet-Zweig. Um daraus Adressen zu erstellen, muss auch der Skripttyp bekannt sein, der die Ausgabebedingungen festlegt. Zahlungen signieren kann ein xpub nicht. Der Online-Koordinator ist eine Anwendung mit öffentlichen Wallet-Daten. Er findet UTXOs, leitet Adressen ab und erstellt unsignierte Transaktionen; das Signiergerät verwahrt die privaten Schlüssel. Ein Output Descriptor beschreibt Skripte und Schlüsselherkunft, seine Prüfsumme hilft bei der Erkennung von Übertragungsfehlern. Ein öffentlicher Descriptor oder xpub erlaubt normalerweise allein keine Ausgaben, kann aber Adressen und Guthaben offenlegen. Ein kompromittierter Koordinator kann zudem den Empfänger austauschen. [4] [8] [15]

PSBT nach BIP174 überträgt eine unsignierte Transaktion mit den zum Signieren benötigten Angaben. Die Angaben sind in Maps geordnet, also Listen aus Bezeichnungen und zugehörigen Werten: für die gesamte Transaktion sowie getrennt für jeden Ein- und Ausgang. Die Datei beginnt mit den Bytes 0x70 0x73 0x62 0x74 0xff. Der Koordinator bereitet die Daten vor, das Gerät ergänzt die Signatur. Nach Zusammenführung der Signaturen und Finalisierung lässt sich die fertige Transaktion senden. Das Offline-Gerät braucht deshalb keine eigene UTXO-Datenbank. BIP370 beschreibt PSBT v2, BIP371 ergänzt Taproot-Felder. Prüfen Sie die Gerätekompatibilität vorab. [1] [2] [3] [6] [7]

Prüfen Sie vor der Freigabe auf einem vertrauenswürdigen Display Empfänger, Betrag, Gebühr oder Gebührensatz und die Rückzahlung des Restbetrags an die eigene Wallet, also Change. Beachten Sie auch angezeigte Inputs und den Sighash-Modus, der festlegt, welche Teile der Transaktion die Signatur verbindlich abdeckt. Nach BIP174 muss geprüft werden, ob vorgeschlagener Change zur erwarteten Wallet gehört; eine Bezeichnung vom Computer genügt nicht. Bei größeren Zahlungen die Adresse über einen weiteren unabhängigen, authentifizierten Kanal und gegebenenfalls durch eine zweite Person prüfen. [1] [11] [12]

Bei m-of-n müssen m von n Schlüsseln signieren. Ein Verlust ist verkraftbar, wenn mindestens m Schlüssel verfügbar bleiben. Ein Angreifer benötigt dagegen mindestens m Schlüssel, um allein auszugeben. Verwechseln Sie diese Grenzen nicht. Seeds allein reichen möglicherweise nicht zur Rekonstruktion der Wallet: Sichern Sie Descriptor oder Bitcoin Secure Multisig Setup (BSMS)-Konfiguration einschließlich xpubs, Schlüsselreihenfolge, Ableitungspfaden (der Schrittfolge zur Berechnung der einzelnen Schlüssel) und Skripttyp. Mehr Komplexität ist nur sinnvoll, wenn Sie das System verwalten und wiederherstellen können. [4] [5] [8]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Hardware Wallet, Selbstverwahrung, Air-gapped Wallet, PSBT, Seed Phrase, BIP 39. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Hardware Wallet, Watch-only Wallet, PSBT, Custodial Exchange.

DOC · 001BIP 174 — Partially Signed Bitcoin Transaction FormatSpezifikation DOC · 002BIP 370 — PSBT Version 2Spezifikation DOC · 003BIP 371 — Taproot Fields for PSBTSpezifikation DOC · 004BIP 380 — Output Script DescriptorsSpezifikation DOC · 005BIP 129 — Bitcoin Secure Multisig SetupSpezifikation DOC · 006Bitcoin Core — PSBT HowtoDokumentation DOC · 007Bitcoin Core — Offline Signing TutorialDokumentation DOC · 008Bitcoin Core — Output DescriptorsDokumentation DOC · 009Glacier Protocol — About GlacierDokumentation DOC · 010Glacier Protocol — Protocol StructureDokumentation DOC · 011COLDCARD — Address ExplorerDokumentation DOC · 012COLDCARD — QR Scanner and PSBT SigningDokumentation DOC · 013Trezor — Wallet BackupsDokumentation DOC · 014Trezor — Shamir BackupDokumentation DOC · 015Bitcoin Optech — Output Script DescriptorsDokumentation
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