Das historische Buch aus dem Jahr 2021 erzählt vom Konflikt um die Regeln von Bitcoin in den Jahren 2015–2017. Neben der Blockgröße untersucht es, wer Änderungen vorantreiben kann und warum die Unterstützung bedeutender Beteiligter allein nicht genügt.
Jonathan Bier veröffentlichte The Blocksize War im Jahr 2021. Die Zusammenfassung des Autors grenzt den Hauptkonflikt auf August 2015 bis November 2017 ein und betont, dass hinter der Debatte über die Blockkapazität die Frage nach Änderungen der Bitcoin-Regeln lag. Das Buch bietet eine Chronologie und Gespräche mit Beteiligten, keine vollständige Aufzeichnung sämtlicher Ereignisse. [1]
Das erste Kapitel eröffnet die Geschichte mit der Veröffentlichung von Bitcoin XT im August 2015 und der Unterstützung durch Gavin Andresen und Mike Hearn. Der Vorschlag einer größeren Kapazität sollte günstige Zahlungen erleichtern; Gegner befürchteten eine inkompatible Änderung und eine Spaltung des Netzwerks. Bier bezeichnet das Ereignis als ersten Zusammenstoß, erklärt aber ausdrücklich, dass die Kriegssprache seinen erzählerischen Rahmen bildet. [2]
Bier unterscheidet zwischen Blockkapazität, dem Verfahren zur Änderung der Regeln, der Bedeutung der validierenden Nodes gewöhnlicher Nutzer und dem Zeithorizont des Projekts. Damit lenkt er den Blick von der reinen Blockgröße auf unterschiedliche Vorstellungen vom Funktionieren des Netzwerks. Günstigere unmittelbare Nutzung und langfristig widerstandsfähige Regeln erscheinen dabei als unterschiedliche Prioritäten der Beteiligten. [2]
Das zweite Kapitel kehrt zu den Anfängen von Bitcoin zurück. Der Autor zeigt, wie Menschen lange dasselbe Projekt unterstützen konnten, obwohl sie unterschiedliche Vorstellungen von Gebühren, Mining und künftigem Wachstum hatten. Der spätere Konflikt legte seiner Ansicht nach einen Teil dieser unausgesprochenen Annahmen offen. Das ist eine Erklärung der Entwicklung des Streits aus Sicht des Autors, kein Beleg für einheitliche Motive ganzer Gruppen. [3]
Im Kapitel March To War erscheint BIP 103 als möglicher Ansatz für einen Kompromiss. Pieter Wuilles ursprüngliches Dokument schlägt ein Wachstum des Limits um ungefähr 17,7 % jährlich vor und betont die Inkompatibilität einer Änderung vom Typ Hard Fork sowie die Notwendigkeit breiter Zustimmung. Es handelt sich um einen historischen Vorschlag mit dem Status Closed, nicht um eine Regel, die Bitcoin heute verwendet. [3] [5]
Das erste Kapitel beschreibt den Streit um die Werbung für Bitcoin XT in Diskussionsforen. Befürworter größerer Blöcke sahen in den Einschränkungen Zensur; Moderatoren unterschieden zwischen der Diskussion eines Vorschlags und der Werbung für ein inkompatibles Netzwerk. Bier verfolgt, wie Menschen in getrennte Räume wechselten und der Austausch zwischen unterschiedlichen Ansichten abnahm. Seine Beschreibung hilft, die Polarisierung zu verstehen, ersetzt aber nicht die eigene Beurteilung einzelner Eingriffe. [2]
Das Schlusskapitel verbindet das Ende des Hauptkonflikts mit der Absage der geplanten Anhebung des Limits bei SegWit2x im November 2017. Bier deutet das Ergebnis als Sieg der Nutzer bei der Festlegung der Regeln. Gleichzeitig räumt er ein, dass damit weder die bestmögliche Blockgröße bewiesen noch die künftige Kontrolle durch Nutzer garantiert ist. Diese Unterscheidung ist für die Lektüre seines Fazits wesentlich. [4]
Wir haben die Zusammenfassung des Autors und die gesamten öffentlichen Kapitel First Strike, March To War und Victory gelesen; BIP 103 haben wir zum Vergleich des konkreten Kompromisses herangezogen. Das gesamte Buch wurde nicht gelesen. Der Überblick wahrt Biers Argumentation als Interpretation des Autors und unterscheidet sie vom ursprünglichen technischen Vorschlag, der sich gesondert prüfen lässt. [1] [2] [3] [4] [5]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Blocksize War, SegWit, Hard Fork, Full Node. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Hijacking Bitcoin.
01Geht es in The Blocksize War nur um die Blockgröße?+
Nein. Neben der Kapazität behandelt Bier Regeländerungen, die Bedeutung der Nodes von Nutzern und unterschiedliche Zeithorizonte der Beteiligten. Der Streit um eine Zahl führt in eine umfassendere Geschichte über Entscheidungen im Netzwerk.
02Beweist das Ergebnis des Konflikts eine einzig richtige Blockgröße?+
Nein. Im Schlusskapitel unterscheidet Bier selbst zwischen dem Sieg im Konflikt und der Antwort auf die engere Frage nach der besten Blockgröße. Sein Fazit zur Rolle der Nutzer ist zugleich keine Garantie für die künftige Entwicklung.