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Amir Taaki

Autor des ursprünglichen BIP-Verfahrens und libbitcoin-Entwickler

Amir Taaki half dabei, Bitcoin-Vorschlägen eine gemeinsame Form zu geben, und entwickelte Software, auf der andere aufbauen konnten. Seine Arbeit zeigt, wie aus einer Idee ein Dokument, ein Versuchsprogramm und ein gemeinsames Projekt werden.

Amir Taaki, auch als genjix bekannt, ist ein früher Bitcoin-Entwickler und Autor von BIP 1, einem Dokument zum Einreichen von Vorschlägen. Er arbeitete an libbitcoin mit und war im Team von Dark Wallet als Bitcoin-Experte tätig.

Stellen Sie sich vor, Sie möchten ändern, wie eine Bitcoin-Software etwas erledigt. Ein kurzer Forenbeitrag reicht dafür nicht: Andere müssen genau verstehen, was Sie vorschlagen und warum. Amir Taaki verfasste BIP 1 mit dem Zuteilungsdatum 19. September 2011. BIP bezeichnet ein Vorschlagsdokument für Bitcoin. Dieses gehört zur Kategorie Process: Es beschreibt den Umgang mit Vorschlägen und schafft selbst keine neue Regel für gültige Transaktionen. So erhält die Diskussion eine gemeinsame Grundlage, auf die alle zurückkommen können. [1]

BIP 1 sieht eine technische Beschreibung, eine Begründung und die Dokumentation abweichender Ansichten vor. Wer später dazukommt, kann dadurch nachvollziehen, warum eine Möglichkeit verworfen wurde. Das Dokument darf sich weiterentwickeln; seine Änderungshistorie hält diesen Weg fest. Taaki begann nicht bei null: Der Text verweist ausdrücklich auf das PEP-Verfahren der Programmiersprache Python als Vorbild. Entscheidend ist weniger die Nummerierung als ein nachvollziehbarer Vorschlag, bei dem sich die ursprüngliche Absicht von späteren Änderungen unterscheiden lässt. [1]

Auch das Vorschlagsverfahren verändert sich. BIP 1 hat den Status Closed, also geschlossen, und verweist auf den Nachfolger BIP 2. Diesen ersetzte anschließend BIP 3, den Murch im Jahr 2025 vorlegte. Das neuere Verfahren stellt ausdrücklich klar: Die Veröffentlichung bedeutet weder einen Konsens der Gemeinschaft noch eine allgemeine Empfehlung. Sie garantiert auch keine Übernahme in Implementierungen, also tatsächlich eingesetzte Programme. Wer die Geschichte verstehen möchte, sollte deshalb neben Autor und Nummer den Status und die Belege für die praktische Nutzung prüfen. [2]

Ein weiterer Teil der Geschichte ist libbitcoin, eine Bibliothek wiederverwendbarer Softwarebausteine. Am 21. Juli 2011 beschrieb genjix in einem Forenbeitrag die Trennung von Netzwerkkommunikation, Datenspeicherung und weiteren Teilen durch Schnittstellen: vereinbarte Wege zum Informationsaustausch. Entwickler könnten so die Speicherung ändern, ohne die ganze Anwendung neu zu schreiben. Der Gedanke ist leicht verständlich: Kleine Bausteine lassen sich einfacher ausprobieren und austauschen. Ein modularer Aufbau beweist allerdings noch nicht, dass das Gesamtprogramm die Bitcoin-Regeln richtig prüft. [3]

Am 25. Juli 2011 beschrieb Taaki die Version 0.1alpha. Sie konnte Transaktionen erstellen und senden, Blöcke herunterladen und einen Teil der Ausgabebedingungen verarbeiten. Eine vollständige Prüfung war noch nicht möglich. Geplant war unter anderem OP_CHECKSIG, ein Befehl zur Prüfung einer digitalen Signatur als Nachweis der Berechtigung, einen Output auszugeben. Auch die vollständige Skript-Engine, die solche Bedingungen auswertet, stand noch aus. Eine Transaktion zu versenden und ihre Gültigkeit unabhängig zu prüfen, sind unterschiedliche Fähigkeiten. [3]

Die Datei AUTHORS von libbitcoin-system nennt Amir Taaki mit seinem Pseudonym genjix neben Eric Voskuil, Patrick Strateman und weiteren Mitwirkenden. Das erinnert daran, dass eine frühe Idee und die spätere Entwicklung nicht immer auf dieselben Personen zurückgehen. Ein Commit ist eine gespeicherte Änderung in der Projekthistorie; die Zahl der Commits misst weder die Sicherheit des Codes noch den gesamten Wert eines Beitrags. Die Liste würdigt die Beteiligten. Sie allein verrät nicht, wer das Projekt heute leitet oder eine bestimmte Version geprüft hat. [4]

Ebenso sorgfältig sollte man die Beiträge zu Dark Wallet betrachten, einer Bitcoin-Wallet für den Browser. Die Datei AUTHORS im Darkwallet-Repository nennt David Llop und Pablo Martin als Hauptentwickler und Taaki als Bitcoin-Experten. Das ist genauer und fairer, als die gesamte Wallet einer einzigen Person zuzuschreiben. Eine Wallet verbindet die Bedienoberfläche mit technischen Regeln für Transaktionen und Schlüssel. Teammitglieder können daher in unterschiedlichen Bereichen Wesentliches beitragen, ohne alleinige Urheber des Produkts zu sein. [5]

Die README, das Einführungsdokument von Darkwallet, beschreibt eine Browser-Wallet, die Privatsphäre standardmäßig bieten soll. Zugleich bezeichnet sie die Software als alpha, also als frühe Versuchsversion, und warnt ausdrücklich vor ihrer Verwendung. Das historische Ziel belegt daher weder die Sicherheit einer bestimmten Version noch empfiehlt es, ihr heute Ersparnisse anzuvertrauen. Taakis Arbeit lässt sich mit dieser Unterscheidung würdigen: Sie eröffnete Möglichkeiten, deren Fertigstellung und Überprüfung jedoch eigenständige Aufgaben blieben. [6]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Gavin Andresen, Ross Ulbricht, Satoshi Nakamoto. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Gavin Andresen, Ross Ulbricht.

DOC · 001Amir Taaki — BIP 1: BIP Purpose and GuidelinesDokumentation DOC · 002Murch — BIP 3: Updated BIP ProcessDokumentation DOC · 003genjix — libbitcoin announcement and development replies (2011)Dokumentation DOC · 004libbitcoin-system — AUTHORSDokumentation DOC · 005Darkwallet — AUTHORSDokumentation DOC · 006Darkwallet — README and alpha statusDokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung