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Air Cooling

Luftkühlung für Mining-Technik

Ein Miner dröhnt, seine Lüfter drehen, und trotzdem überhitzt er. Wie kann das sein? Air Cooling beruht auf einem einfachen Prinzip: Luft nimmt Wärme auf und trägt sie fort. Kehrt die warme Luft ständig zurück, reichen drehende Lüfter nicht aus. Gute Kühlung betrifft deshalb den gesamten Weg vom Chip über den Kühlkörper bis aus dem Raum hinaus. Dieser Weg muss frei bleiben und auch unter Sommerbedingungen funktionieren.

Air Cooling führt Luft an den Kühlkörpern eines Mining-Geräts vorbei, damit sie Wärme aufnimmt und abtransportiert. Eine Klimaanlage ist dafür nicht zwingend nötig: Außenluft kann genügen, wenn sie die Geräteanforderungen erfüllt und warme Abluft nicht zum Einlass zurückkehrt.

Ein ASIC ist ein spezialisierter Chip, der Mining-Berechnungen ausführt und dabei warm wird. Die Wärme gelangt in einen metallischen Kühlkörper, wird von strömender Luft aufgenommen und verlässt das Gerät. Damit ist sie aber noch nicht aus dem Bereich verschwunden, aus dem das Gerät Luft ansaugt. BITMAIN betont für die ANTMINER 19-Serie freie Ein- und Auslässe. Ein Lüfter im geschlossenen Raum kann lediglich immer wärmere Luft durchmischen. Lautstärke allein belegt keinen funktionierenden Wärmeabtransport. [1]

Ohne Messort kann eine Temperaturangabe täuschen. Außenluft, Geräteeinlass, Abluft und Chip liefern unterschiedliche Werte. BITMAIN empfiehlt in der genannten Anleitung zur ANTMINER 19-Serie eine Einlasstemperatur von 5–35 °C. Das ist weder ein gemeinsamer Grenzwert für alle Miner noch die zulässige Chiptemperatur. Für einen Vergleich müssen deshalb Sensor und zugehöriges Gerätemodell bekannt sein. Ein kühler Tag bedeutet nicht automatisch kühle Luft direkt vor dem Miner. [1]

Man stelle sich eine Reihe Geräte vor, deren Abluft zu den Einlässen der nächsten Reihe strömt. Diese saugt bereits erwärmte Luft an, obwohl es draußen angenehm ist. Braiins empfiehlt deshalb, kalte Zuluft und warme Abluft zu trennen. Entscheidend ist, ob Abluft leicht zum Einlass zurückgelangen kann. Auch eine Lücke in einer Trennwand oder eine ungünstig platzierte Absaugung kann das ermöglichen. Maßgeblich ist die tatsächliche Strömung an den Geräten, nicht allein das Thermometer am Fenster. [2]

Ein Lüfter kann schnell drehen und trotzdem zu wenig Luft durch einen verstopften Filter oder engen Kanal bewegen. Die Drehzahl beschreibt, wie schnell sich die Lüfterblätter drehen, nicht unmittelbar, wie viel Luft in einer bestimmten Zeit durch das Gerät strömt und Wärme abführt. Braiins berücksichtigt bei der Vorbereitung auf Hitze den gesamten Luftweg und den Zustand der Lüfter. Ein stärkerer Gerätelüfter beseitigt nicht unbedingt ein Hindernis weiter hinten. Einlass, Kühlkörper, Kanäle und Auslass müssen daher als zusammenhängendes System betrachtet werden. [2]

Ein Filter hält einen Teil des Schmutzes zurück, beweist aber keine sauberen Kühlkörper. Ablagerungen zwischen den Lamellen behindern die Strömung und erfordern Wartung nach Herstellervorgaben. BITMAIN verlangt außerdem eine Umgebung ohne schädlichen Staub und nicht kondensierende Feuchtigkeit. Kondensation bedeutet, dass Wasserdampf Tropfen bildet; das ist etwas anderes als Luftfeuchte im erlaubten Bereich. Gerade bei Temperaturwechseln genügt ein einzelner Feuchtewert nicht als Sicherheitsnachweis. Reinigung und Trocknung müssen zum vorgesehenen Geräteverfahren passen. [4]

Braiins OS, die Steuerungssoftware des Miners, unterscheidet Target Temperature, Hot Temperature und Dangerous Temperature. Der erste Wert ist das Ziel der Lüfterregelung. Der zweite löst DPS (Dynamic Performance Scaling) aus, eine automatische Absenkung der Leistungsaufnahme, sofern diese Funktion aktiviert ist. Der dritte stoppt das Mining. Ein höherer Grenzwert repariert keinen verstopften Kühlkörper. Ebenso schaltet der Modus Immersion die Lüftersteuerung für echte Tauchkühlung ab; er ist keine Reparatur eines defekten Lüfters am luftgekühlten Gerät. Schutzfunktionen sollte man verstehen, nicht umgehen. [3]

Hashrate bezeichnet die Zahl der Mining-Versuche pro Sekunde; TH/s steht für Billionen solcher Versuche pro Sekunde. Die elektrische Leistungsaufnahme wird in Watt (W) gemessen. Ein Watt entspricht einem Joule Energie pro Sekunde und beschreibt, wie schnell das Gerät elektrische Energie aufnimmt. Unser Beispielgerät benötigt einschließlich seiner Lüfter 3000 W und erreicht 100 TH/s. Daraus folgen 30 J/TH, also Joule Energie je Billion Versuche. Eine separate Absaugung benötigt zusätzlich 200 W; zusammen sind es 32 J/TH. Die eingebauten Lüfter werden nicht nochmals addiert, denn sie waren bereits erfasst. Das ist unsere Rechnung zur Erklärung der Messgrenze, keine Messung eines konkreten Modells; Braiins betont die Kühlung der gesamten Anlage. [2] [5]

Einstellungen, mit denen ein Gerät im Winter zuverlässig arbeitet, können im Sommer an ihre Grenzen kommen: Wärmere Ansaugluft erschwert die Wärmeabfuhr. Braiins nennt geringere Leistung oder eingeschränkten Betrieb während der heißesten Stunden als Möglichkeiten. Sinnvoll ist der Vergleich von tatsächlich erreichter Hashrate, Strombedarf, Fehlern und Stillständen unter entsprechenden Bedingungen. Eine kurze Anzeigespitze bedeutet nicht mehr Rechenarbeit über den ganzen Tag. Auch höhere Lüfterdrehzahlen belegen allein keinen Spielraum für Overclocking, also eine höhere Arbeitsfrequenz der Chips. Das Ziel ist stabiler Betrieb mit abgeführter Wärme, nicht größtmöglicher Lärm. [2]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Immersion Cooling, Hydro Cooling, ASIC Miner, Uptime, Overclocking, Mining Firmware. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Hydro Cooling, Uptime.

DOC · 001BITMAIN — ANTMINER 19 Series Troubleshooting, 2024Dokumentation DOC · 002Braiins — Preparing Miners for Hot Weather, 2025Dokumentation DOC · 003Braiins OS — Cooling ControlDokumentation DOC · 004BITMAIN — Environmental RequirementsDokumentation DOC · 005NIST — SI unitsDokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung