Mining Firmware ist die Software im Mining-Gerät. Sie steuert Berechnungen, Betriebseinstellungen, Kühlung und die Verbindung zu einem Pool, einem Dienst für gemeinschaftliches Mining. Ein Update kann Funktionen und Verhalten des Geräts verändern, aber nicht die Regeln, nach denen Bitcoin gültige Blöcke anerkennt.
Ein ASIC ist ein spezialisierter Rechenchip. Er allein weiß jedoch nicht, an welchen Pool das Gerät Ergebnisse senden soll. Darum und um weitere Aufgaben kümmert sich die Firmware. Braiins OS erlaubt beispielsweise die Einstellung von Pool, Worker-Name als Gerätekennung im Pool-Konto, Leistungsaufnahme und Kühlung. Martina kann dieselbe Programmversion also mit einem anderen Betriebsprofil verwenden. Die Version bezeichnet die Software; das Profil bestimmt deren aktuelle Nutzung. Ein erreichbares Verwaltungsfenster beweist noch keine angenommene Arbeit. Dafür muss sie auch die Aufzeichnungen des Pools prüfen. Ein Pool erfasst üblicherweise Teilergebnisse, sogenannte Shares. Sie belegen geleistete Rechenarbeit; nicht jedes angenommene Ergebnis ist jedoch ein neuer Bitcoin-Block. [1] [8]
Vor dem Hochladen vergleicht Martina die Dokumentation mit ihrem konkreten Gerät. Entscheidend sind Steuerplatine, mit Chips bestückte Rechenplatinen und Netzteil, kurz PSU. In der Braiins-Dokumentation weist E2 auf wahrscheinlich nicht unterstützte Hardware hin; P5 bezeichnet ein nicht kompatibles Netzteilmodell. Das sind Diagnosehinweise dieses Produkts, keine allgemeingültigen Fehlercodes. Auch der Einbau einer Steuerplatine mit bereits installierter Software garantiert nicht die Unterstützung eines anderen Geräts. Kompatibel muss die gesamte Zusammenstellung sein, nicht nur eine erfolgreich übertragene Datei. [2]
Die Anleitung von BITMAIN verlangt Firmware für das richtige Modell. Getrennt davon erklärt sie Keep Settings, die Option zum Beibehalten der Konfiguration. Ist sie aktiv, bleiben beim beschriebenen Update Pool- und Netzwerkeinstellungen erhalten; andernfalls gelten wieder die Standardwerte. Martina sichert deshalb vorher die benötigte Konfiguration. Beim Zurücksetzen kann sich die IP, die Adresse des Geräts im lokalen Netzwerk, ändern. Die bisherige Seite antwortet dann möglicherweise nicht mehr, ohne dass das Gerät zerstört wäre. Erhaltene Einstellungen sind weder eine Sicherung der alten Software noch eine Zusage für einen einfachen Wechsel zurück. [3]
Für unterstützte Zusammenstellungen beschreibt Braiins den Start von einer herausnehmbaren SD-Speicherkarte, bei dem die ursprüngliche Software im internen Speicher unangetastet bleibt. Nach Entfernen der Karte kann dort wieder die ursprüngliche Firmware mit ihren Einstellungen starten. Eine Installation in NAND, einen Typ internen Speichers, schreibt die Software dagegen in das Gerät. Diese Unterscheidung lässt sich nicht auf jedes Modell übertragen: Die Verfahren hängen von Platine und Version ab. Martina prüft Installationsweg und Wiederherstellungsmöglichkeiten vor der Änderung, nicht erst, wenn das Gerät nicht mehr antwortet. [4]
In Braiins OS bezeichnet Target Temperature die Temperatur, um die herum die Lüfterregelung arbeitet. Die höhere Grenze Hot Temperature kann Dynamic Performance Scaling auslösen, das bei Überhitzung das Ziel für Stromaufnahme oder Hashrate senkt – allerdings nur, wenn diese Funktion aktiviert ist. Hashrate bezeichnet hier die Zahl der Hashversuche pro Sekunde. Dangerous Temperature ist eine weitere kritische Grenze, bei der das Mining stoppt. Die Begriffe sind keine austauschbaren Namen für denselben Thermostat. Bei sinkender Leistung sucht Martina deshalb auch nach einer thermischen Ursache. Schutzfunktionen auszuschalten behebt keine unzureichende Kühlung; ein besserer Bildschirmwert kann ein größeres Problem verdecken. [1]
Pool-Gruppen in Braiins ermöglichen eine Aufteilung der Rechenleistung. Eine Quota von 2:1 sieht 2/3 der Arbeit für die erste und 1/3 für die zweite Gruppe vor. Alternativ lassen sich feste Anteile einstellen, die zusammen 100% ergeben müssen. Sind sämtliche Pools einer Gruppe nicht erreichbar, wird die Verteilung ohne diese Gruppe neu berechnet. Das Verhältnis beschreibt die geplante Zuweisung, keinen garantierten Erlösanteil für jedes kurze Zeitfenster. Martina prüft Verfügbarkeit und angenommene Arbeit; der eingestellte Prozentsatz allein erklärt einen Ausfall nicht. [1]
Für Version 23.04 und neuer beschreibt Braiins OS eine Lizenzerneuerung alle 60 Minuten und eine Gültigkeit der erhaltenen Lizenz von 12 Stunden. Eine unterbrochene Verbindung muss daher nicht sofort zu Einschränkungen führen. Läuft die Lizenz ab oder wird keine erworben, reduziert die Software jedoch die Hashleistung gemäß den Lizenzbedingungen. Das ist ein Verhalten dieses Produkts, keine automatische Ungültigkeit von Bitcoin-Blöcken. Martina unterscheidet außerdem die dev fee als Vergütung des Softwareanbieters von der Pool-Gebühr. Mögliche Verknüpfungen muss sie anhand der aktuellen Bedingungen prüfen. [5]
BITMAIN nennt in einer 2022 aktualisierten Empfehlung als Beispiel zunächst 10–30 Geräte und eine Beobachtung über mindestens 24 Stunden. So sollen Probleme vor der Umstellung der ganzen Farm auffallen. Das ist weder eine allgemeine Garantie noch die Forderung, dass kleine Betreiber so viele Geräte besitzen müssten. Martina vergleicht angenommene Arbeit, Fehler, Temperaturen und Neustarts unter vergleichbaren Bedingungen. J/TH steht für Joule pro Terahash: die Energie für eine Billion Hashversuche. Beim Vergleich müssen dieselben Geräteteile und derselbe Messzeitraum erfasst werden. Eine höhere lokale Leistung ist nicht unbedingt besser, wenn Strombedarf, abgelehnte Arbeit oder Stillstand zunehmen. [6] [1] [7]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit ASIC Miner, ASICBoost, Autotuning, Mining Pool, Bitcoin. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Autotuning, Underclocking, Overclocking, Air Cooling.