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Laszlo Hanyecz

Früher Entwickler und Beteiligter am bekannten Pizzatausch

Laszlo Hanyecz ist für den Tausch von 10.000 BTC gegen zwei Pizzen bekannt. Aufschlussreicher als spätere Preisvergleiche ist der Versuch selbst: jemanden zu finden, der für neues digitales Geld etwas Greifbares liefert. Daneben arbeitete er an früher Software und Mining-Code.

Laszlo Hanyecz gehört zu den frühen Bitcoin-Mitwirkenden. Sein öffentlich belegter Pizzakauf zeigte eine praktische Verwendung für Bitcoin; Entwicklerdiskussionen dokumentieren auch seine Arbeit an lauffähigen Programmen und schnelleren Mining-Berechnungen.

Am 18. Mai 2010 bot der Forennutzer laszlo 10.000 BTC für zwei große Pizzen. Er wollte nicht bloß Münzen an eine andere Adresse schicken, sondern jemanden finden, der ihm Essen nach Hause bringen ließ. Solche Begegnungen sind für neues Geld wichtig: Ein Besitzer möchte etwas haben, ein anderer ist bereit, dafür die Münzen anzunehmen. Mit dem veröffentlichten Angebot war der Handel aber noch nicht abgeschlossen. Es brauchte erst jemanden, der zustimmte. [1]

Am 22. Mai 2010 meldete laszlo den erfolgreichen Tausch und bedankte sich beim Nutzer jercos. Nun liegt eine Nachricht über einen abgeschlossenen Handel vor, nicht nur ein Wunsch. Die wenigen Tage Unterschied erklären, warum Angebotsdatum und Datum des bekannten Kaufs auseinanderliegen. Der Vorgang belegt eine frühe Verwendung von Bitcoin für Waren. Er beweist nicht die allererste Bitcoin-Transaktion überhaupt: Münzen zu übertragen und eine Sache zu kaufen sind unterschiedliche Vorgänge. [1]

Das ursprüngliche Angebot von 2010 erlaubte dem Gegenüber, die Pizza selbst zu backen oder eine Lieferung zu bestellen. Zwei Beziehungen machen den Ablauf verständlich: Laszlo gibt BTC an jemanden, der Essen organisiert, und dieser kann die Pizzeria anders bezahlen. Der Eintrag belegt daher nicht, dass die Pizzeria selbst BTC annahm. Auch ein Kauf über einen Vermittler ist eine reale Verwendung von Geld. Er ist aber kein Nachweis für die direkte Annahme im Geschäft. [1]

Es ist verlockend, 10.000 BTC mit einem späteren Preis zu multiplizieren und sich vorzustellen, was Laszlo hätte kaufen können. Das ergibt den hypothetischen Wert behaltener Münzen, nicht den Preis des Essens im Jahr 2010. Fast jede frühere Zahlung mit einem Vermögenswert lässt sich so nachträglich umrechnen, wenn sich dessen Preis verändert hat. Hilfreicher ist die Frage, was damals gelang: Jemand akzeptierte digitales Geld für etwas, das dessen Besitzer haben wollte. [1]

Im Juni 2010 schrieb laszlo, das Angebot gelte weiter, solange er genügend Mittel habe. Im August setzte er es aus und erklärte, dass er nicht mehr so viele Münzen erzeugen könne wie zuvor. Hier entschied eine Person mit begrenzten Ressourcen; sie versprach keinen festen Wechselkurs für ganz Bitcoin. Das Interesse anderer und veränderte Bedingungen beeinflussen, was jemand anbieten möchte. Auch dieses Detail macht die Geschichte zu einem gewöhnlichen Handel und nicht zu einer Erzählung über endlos verfügbare billige Münzen. [1]

Laszlo erscheint ebenso in Entwicklerunterlagen. Am 4. Juli 2010 veröffentlichte er ein Build der Version 0.3 für Mac OS mit Intel-Prozessor und Systemversion 10.5; 10.4 wurde nicht unterstützt. Satoshi bat andere um Tests. Ein Build ist ein aus Quellcode vorbereitetes Programm, das auf einem bestimmten Rechner laufen kann. Damit wird eine praktische Hürde abgebaut: Ein interessantes Projekt lässt sich schwer ausprobieren, wenn die Software nicht auf dem eigenen Gerät läuft. Das historische Paket ist keine Installationsempfehlung für heutige Computer. [2]

In einer Diskussion vom Juni 2010 schrieb Satoshi Laszlo eine entdeckte Optimierung zu und berichtete von etwa 20% schnellerem Hashing gegenüber Version 0.2.0. Beim Mining werden Berechnungen wiederholt, um einen Block zu finden, der die Netzwerkbedingung erfüllt. Schnelleres Hashing erlaubt mehr Versuche in derselben Zeit. Der genannte Wert gilt jedoch nicht allgemein für jeden Rechner. Geschwindigkeit allein bestimmt auch nicht den Ertrag: Andere Miner, Schwierigkeit und Kosten spielen ebenfalls eine Rolle. Die historische Zahl beschreibt eine konkrete Softwareverbesserung. [2]

In einer Diskussion vom Oktober 2010 wird m0mchils Ankündigung zitiert, der Rechenkern seines OpenCL-Miners verwende frühere Arbeit von laszlo. OpenCL ermöglicht Berechnungen auf verschiedenen Prozessoren, darunter Grafikchips, kurz GPU. Ein Miner ist ein Programm für Mining-Berechnungen; der Kernel bezeichnet hier dessen Rechenteil. Die Quelle belegt, dass Arbeit weiterverwendet wurde, nicht Laszlos alleinige Urheberschaft an sämtlichen GPU-Minern. Neben dem bekannten Abendessen steht damit ein weiterer Beitrag: Code, an den andere anknüpfen konnten. [3]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Martti Malmi, Gavin Andresen, Satoshi Nakamoto. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Bitcoin Pizza Day, Martti Malmi, Gavin Andresen, Bitcoin Pizza Day Prague.

DOC · 001Laszlo — Pizza for bitcoins? (2010)Dokumentation DOC · 002Bitcoin contributors — 0.3 Mac release and testing (2010)Dokumentation DOC · 003m0mchil — OpenCL miner announcement, quoted in discussion (2010)Dokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung