73 / 736DCA

Durchschnittskosteneffekt (DCA)

DCA · regelmäßig für einen festen Betrag kaufen

Anna möchte nach und nach Bitcoin kaufen, ohne jeden Abend entscheiden zu müssen, ob der Preis gerade günstig ist. Sie legt einen Betrag und einen Termin fest, etwa monatlich nach dem Gehaltseingang. Das ist die Grundidee von DCA. Es erleichtert Kaufentscheidungen, doch Anlagewahl, Gebühren und die Frage, ob sie Verluste verkraftet, bleiben wichtig.

Dollar Cost Averaging, kurz DCA, bedeutet, regelmäßig für denselben Geldbetrag einen bestimmten Vermögenswert zu kaufen. Bei niedrigerem Preis erhält man mehr Einheiten, bei höherem weniger. Der Einstieg verteilt sich dadurch auf mehrere Zeitpunkte. DCA sagt den Markt nicht voraus und garantiert weder ein besseres Ergebnis als ein Einmalkauf noch Schutz vor Verlusten.

DCA-Rechner für regelmäßige KäufeModelliere Käufe mit gleichen Geldbeträgen anhand historischer Kurse und bewerte die Bitcoin-Summe mit dem letzten Kurs der verwendeten Reihe.

Nach jedem Gehaltseingang reserviert Anna einen vorher festgelegten Betrag für den Kauf. Sie muss die nächste Kursbewegung nicht erraten und kauft nach Plan auch in teureren Monaten. Trotz des Namens Dollar Cost Averaging funktioniert das ebenso mit Euro oder Kronen. Zwei Ausgangslagen sind allerdings zu unterscheiden: Anna investiert neues Einkommen, das sie vorher nicht hatte. Jemand anders besitzt bereits eine größere Summe und verteilt sie auf mehrere Käufe. Beide kaufen regelmäßig; nur im zweiten Fall bleibt bereits verfügbares Anlagegeld zunächst uninvestiert. [1] [2]

In einem erfundenen Beispiel ohne Gebühren kauft Anna für 100 EUR bei 50000 EUR/BTC insgesamt 0.002 BTC. Beim nächsten Kauf liegt der Preis bei 25000 EUR/BTC; weitere 100 EUR bringen nun 0.004 BTC. Insgesamt hat sie 200 EUR für 0.006 BTC ausgegeben. Ihre durchschnittlichen Anschaffungskosten ergeben sich aus Ausgaben geteilt durch erhaltene Menge: ungefähr 33333 EUR/BTC. Der einfache Mittelwert der beiden Kurse wäre dagegen 37500 EUR/BTC. Entscheidend ist: Beim zweiten Kurs sind ihre gesamten Bitcoin nur 150 EUR wert. Trotz gesenktem Durchschnitt liegt sie 50 EUR im Minus. Die Zahlen erklären die Rechnung und sind keine Kursprognose. [1]

Ohne Plan könnte Anna bei steigenden Kursen aus Angst vor einer verpassten Gelegenheit hastig kaufen und bei fallenden Kursen auf einen noch günstigeren Einstieg warten. Ein fester Termin nimmt wiederkehrende Entscheidungen ab und kann eine Gewohnheit erleichtern. Angst oder den Wunsch, den Plan zu ändern, beseitigt er nicht. Wer bei jedem Rückgang den Betrag verdoppelt oder nach einer Nachricht aussetzt, verfolgt nicht mehr dasselbe feste DCA. Wichtig ist der Unterschied zwischen einer Reaktion auf Schlagzeilen und einer tatsächlichen Änderung des Haushaltsbudgets. Ein Plan darf überdacht werden; Disziplin heißt nicht, um jeden Preis weiterzumachen. [2]

Bitcoin kann lange an Wert verlieren; regelmäßiges Nachkaufen verhindert das nicht. Käufe zeitlich zu verteilen ist etwas anderes, als Vermögen auf verschiedene Anlagearten zu verteilen. Auch ein langer Zeitraum garantiert keine Kurserholung. Geld für laufende Ausgaben und Notfälle muss deshalb von Mitteln unterschieden werden, die diesem Risiko ausgesetzt sind. DCA schützt außerdem weder vor Betrug und Zugangsverlust noch vor dem Ausfall eines Verwahrers. Europäische Aufsichtsbehörden weisen darauf hin, dass der Schutz bei Kryptowerten von Vermögenswert, Dienstleistung und geltendem Recht abhängt. Die Zulassung eines Anbieters versichert nicht den Marktpreis. [4] [5]

Bei einer bereits verfügbaren größeren Summe vergleichen wir schrittweise Käufe mit einer Einmalanlage, englisch lump sum. Steigt der Markt während der Aufteilung, nimmt wartendes Geld am Anstieg nicht teil. Fällt er, trägt dieser noch uninvestierte Teil den Kursverlust noch nicht. Eine Vanguard-Studie von 2023 sah die Einmalanlage in verschiedenen historischen und simulierten Vergleichen ungefähr in zwei Dritteln der Fälle vorn. Untersucht wurden vor allem Aktienanlagen und gemischte Portfolios unter festgelegten Annahmen, keine garantierte Erfolgswahrscheinlichkeit für Bitcoin. Anna konnte ihr erst später verdientes Einkommen hingegen gar nicht vollständig früher anlegen. [3] [2]

Tägliches Kaufen ist nicht automatisch besser als wöchentliches oder monatliches. Der passende Rhythmus hängt von Einkommen, Kosten und Umsetzbarkeit ab. Wer vorhandenes Geld aufteilt, sollte auch wissen, wo der Rest wartet, ob er Zinsen bringt und welche Risiken und Zugriffsmöglichkeiten bestehen. Ein fairer Vergleich verwendet dasselbe Budget und Enddatum und berücksichtigt den uninvestierten Rest. Nur auf gekaufte BTC zu schauen blendet einen Teil des Vermögens aus. Der DCA-Rechner dieser Website simuliert regelmäßige Käufe anhand historischer Kurse. Sie wählen Betrag, Währung, Zeitraum und wöchentliche oder monatliche Käufe. Gebühren, Steuern und Zinsen auf wartendes Geld bleiben unberücksichtigt. Das Ergebnis veranschaulicht ein vergangenes Szenario; es ist weder eine Prognose noch ein vollständiger Kostenvergleich. [2] [3]

Eine feste Gebühr kann bei einem kleinen Kauf spürbar ins Gewicht fallen. Ebenso wichtig ist der angebotene Kurs. Spread nennt man den Unterschied zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis; auch ein als gebührenfrei beworbener Dienst kann daher Kosten enthalten. Hinzukommen können Währungsumrechnung, Kartenzahlung oder Auszahlung. Anna erfasst deshalb ihre tatsächlichen Ausgaben und die nach Kosten erhaltene BTC-Menge. Verkaufskosten und Steuern können später anfallen. Dieser Durchschnitt dient der wirtschaftlichen Übersicht und ist nicht automatisch die steuerlich richtige Ermittlung der Anschaffungskosten in jedem Land. [2]

Bleiben die Bitcoin beim Dienstleister, hängt Anna von dessen Sicherheit und Auszahlungsfähigkeit ab. Bei einer selbst kontrollierten Wallet ist sie für die privaten Schlüssel verantwortlich. Mit diesen geheimen Daten signiert die Wallet Transaktionen und weist damit die Berechtigung nach, Bitcoin auszugeben. Auszahlungen über das Bitcoin-Basisnetz erzeugen UTXOs, einzelne noch nicht ausgegebene Transaktionsausgänge. Werden später viele kleine Ausgänge verwendet, können mehr Eingänge, mehr Transaktionsplatz und höhere Gebühren nötig sein. Ein Kauf im internen Buchungssystem der Börse erzeugt für sich allein jedoch kein UTXO, das Anna mit ihren eigenen Schlüsseln kontrolliert. Der Auszahlungsrhythmus wägt Verwahrerrisiko, Gebühren und Beträge ab; eine allgemein richtige Frist gibt es nicht. [5]

Ein Dauerauftrag oder wiederkehrender Kauf spart Arbeit. Banküberweisung und Kauf sind aber nicht immer derselbe Schritt. Anna prüft, was bei fehlendem Guthaben, geänderten Gebühren oder einer gescheiterten Überweisung geschieht. Eine bestätigte Einrichtung beweist noch keinen ausgeführten Handel. Benachrichtigungen und gelegentliche Kontrollen von Verlauf, Beträgen und Auszahlungsadressen helfen. Den Kontozugang schützt sie mit einem eigenen Passwort und einem zweiten Anmeldeschritt. Verwendet sie eine API, also eine Schnittstelle zwischen Programmen, vergibt sie nur notwendige Rechte. Automatisierte Käufe benötigen üblicherweise keine Auszahlungsberechtigung. [4]

Ein höherer Kontostand kann einfach auf eine weitere Einzahlung zurückgehen. Anna bewahrt daher Kaufdaten, Ausgaben, erhaltene Mengen, Gebühren und Transfers zwischen eigenen Konten auf und erfasst auch Auszahlungen und Verkäufe. Überträgt sie Bitcoin zwischen eigenen Konten oder Wallets, ist das weder eine neue Einzahlung in ihr Gesamtportfolio noch ein Gewinn. Nur der Verwahrungsort ändert sich; Übertragungskosten fallen dennoch ins Gewicht. Eine geldgewichtete Rendite, money-weighted return, berücksichtigt Höhe und Zeitpunkt der Ein- und Auszahlungen. Eine zeitgewichtete Rendite, time-weighted return, trennt deren Einfluss bei der Bewertung der Anlageentwicklung ab. Beide beantworten unterschiedliche Fragen und sind nicht austauschbar. Für Steuerunterlagen gelten zudem örtliche Regeln: Hinweise des amerikanischen IRS lassen sich beispielsweise nicht ohne Weiteres auf Leser in Tschechien übertragen. [8] [7]

Anna sollte erklären können, warum sie die Anlage kauft, woher das Geld kommt, wann und wie viel sie kauft, was das kostet und wie sie verwahren will. Dazu gehören Anlässe für eine Überprüfung: verändertes Einkommen, eine notwendige Ausgabe oder eine bisher unverstandene Tatsache. Ein Kursrückgang ist keine Aufforderung, Kredit aufzunehmen und Verlusten hinterherzulaufen. DCA macht einen Teil der Entscheidungen regelmäßiger und überschaubarer. Anlageauswahl, tragbares Risiko und Schutz der Ersparnisse übernimmt es nicht. Ein guter Ablauf ist einer, dessen Folgen auch bei enttäuschender Marktentwicklung verständlich bleiben. [2] [4]

Beispiel · DCA

Derselbe Betrag in zwei hypothetischen Monaten

Anna gibt beim ersten Kauf 2 500 CZK aus. Bei einem angenommenen Kurs von 2 500 000 CZK/BTC erhält sie 100 000 sat. Im nächsten Monat gibt sie denselben Betrag aus, nun bei 2 000 000 CZK/BTC, und erhält 125 000 sat. Gebühren bleiben beide Male unberücksichtigt. Beim zweiten Mal hat sie für dasselbe Geld mehr Bitcoin erhalten; mehr Satoshis allein garantieren jedoch keinen Gewinn. Dies ist ein Rechenbeispiel, keine Prognose.

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Volatilität, Bitcoin, Selbstverwahrung, Custodial Exchange. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Volatilität, Štosuj.cz, Bull Bitcoin, Relai.

01Garantiert DCA einen niedrigeren Durchschnittspreis?

Nein. Der Durchschnitt hängt von den Kursen an den Kaufterminen ab und kann über oder unter dem eines Einmalkaufs liegen. Teilen Sie die Gesamtausgaben durch die tatsächlich erhaltene Menge und berücksichtigen Sie Kosten. Auch nach einer Senkung des Kaufdurchschnitts können Sie im Minus liegen, wenn der aktuelle Kurs niedriger ist.

02Sollte ich jeden kleinen DCA-Kauf sofort auszahlen lassen?

Es gibt keinen passenden Abstand für alle. Beim Warten bleiben Mittel länger beim Anbieter; häufige kleine Auszahlungen über das Basisnetz können mehr kosten und kleine UTXOs erzeugen, also einzelne noch nicht ausgegebene Transaktionsausgänge. Ihr späteres gemeinsames Ausgeben benötigt mehr Eingänge und kann die Gebühr erhöhen. Berücksichtigen Sie Betrag, Wartezeit, Anbieterrisiko und Kosten. Prüfen Sie bei jeder Auszahlung die Zieladresse.

DOC · 001Investor.gov — Dollar Cost AveragingDokumentation DOC · 002FINRA — The Benefits and Limitations of Dollar-Cost AveragingDokumentation DOC · 003Vanguard — Cost averaging: Invest now or temporarily hold your cash?Dokumentation DOC · 004ESMA — Risks and limited protection for certain crypto-assetsDokumentation DOC · 005Bitcoin.org — Frequently Asked Questions: transaction feesDokumentation DOC · 006CFA Institute — Global Investment Performance StandardsDokumentation DOC · 007IRS — Digital assets recordkeepingDokumentation DOC · 008CFA Institute — GIPS Standards Handbook for FirmsDokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung