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Coin Control

Guthaben für eine Zahlung gezielt auswählen

Mit dieser Wallet-Funktion wählen Sie aus, welche früheren Zahlungseingänge Sie ausgeben. Das hilft bei Gebühren und beim Schutz Ihrer finanziellen Privatsphäre.

Mit Coin Control bestimmen Sie selbst, welche Mittel eine Zahlung finanzieren. Ein Bitcoin-Guthaben besteht aus einzelnen noch nicht ausgegebenen Ausgängen früherer Transaktionen, den UTXOs. Normalerweise wählt die Wallet diese automatisch aus; Coin Control überlässt Ihnen die Entscheidung.

UTXO-KonsolidierungsrechnerVergleiche modellierte Gebühren für das spätere gemeinsame Ausgeben von UTXO mit einer Konsolidierung heute und einem Input später.

Alice erhält 120 000 sat für eine Arbeit und weitere 80 000 sat als Geschenk. Ein sat ist die kleinste Bitcoin-Einheit. Ihre Wallet zeigt insgesamt 200 000 sat an, doch in diesem Beispiel stecken dahinter zwei getrennte UTXOs. Bei einer Zahlung muss sie nicht beide verwenden. Mit Coin Control öffnet sie die Liste und wählt etwa nur den Arbeitslohn aus. Beschriftungen wie „Arbeit“ und „Geschenk“ helfen ihr dabei. Das sind eigene Notizen in der Wallet, keine Herkunftsnachweise. Gibt es keinen besonderen Grund für eine Auswahl, kann sie diese der Wallet überlassen. [3]

Alice wählt das UTXO über 120 000 sat aus, um 100 000 sat zu senden. Der Ausgang wird vollständig ausgegeben, ähnlich wie ein größerer Geldschein, für den man Wechselgeld erhält. Angenommen, die fertige Transaktion hat eine virtuelle Größe von 200 vB bei 5 sat/vB. vB ist die für die Gebührenberechnung verwendete Größeneinheit; die Gebühr beträgt hier 1 000 sat. Der Empfänger bekommt 100 000 sat, und 19 000 sat gehen in einem neuen Ausgang als Change an Alice zurück. Ihr anderes UTXO über 80 000 sat bleibt unberührt. Dies ist ein Rechenbeispiel mit vorgegebener Größe und einer vom Sender bezahlten Gebühr, keine allgemeingültige Transaktionsgröße. [4]

Jedes verwendete UTXO wird zum Eingang der neuen Transaktion und fügt Daten hinzu. Bei gleichem Eingangstyp und Gebührensatz kostet eine Zahlung aus zehn kleinen Eingängen deshalb meist mehr als aus einem großen. Die Gebühr ist kein Prozentsatz des gesendeten Betrags: Die Wallet berechnet sie aus Größe und gewähltem Satz. Mehrere kleine UTXOs lassen sich zu einem eigenen Ausgang zusammenfassen. Diese Konsolidierung kann bei niedrigen Sätzen spätere Zahlungen vereinfachen und deren Gebühren senken. Sie kostet jedoch selbst eine Gebühr und verknüpft die verwendeten Mittel öffentlich. [1]

Verwendet Alice Arbeitslohn und Geschenk in derselben Transaktion, kann ein Beobachter der Blockchain vermuten, dass eine Person beide kontrolliert. Die Blockchain ist ein öffentliches Transaktionsregister. Alices private Beschriftungen stehen dort nicht, die verbundenen Eingänge hingegen schon. Eine getrennte Auswahl kann diese konkrete Verbindung vermeiden. Anonymität entsteht dadurch nicht automatisch: Andere Zusammenhänge können bereits bekannt sein. Auch gemeinsame Eingänge beweisen keinen gemeinsamen Eigentümer. Bei Payjoin können beispielsweise Sender und Empfänger Eingänge zu einer Zahlung beisteuern. [2]

Die 19 000 sat bekommt Alice nicht später durch eine weitere Transaktion zurück. Der Change-Ausgang für ihre Wallet entsteht bereits in derselben Zahlung. Auch dieser Rest stammt aus dem Arbeitslohn. Gibt Alice ihn später zusammen mit dem Geschenk aus, kann sie die zuvor vermiedene Verbindung doch noch herstellen. Deshalb sollte sie auch Change-Ausgänge im Blick behalten und eine neue Adresse nicht mit einem Neuanfang für die Privatsphäre verwechseln. Viel Wechselgeld bedeutet, dass der ausgewählte Wert Zahlung und Gebühr deutlich übersteigt; es ist allein noch kein Zeichen einer falschen Auswahl. [2]

Vor dem Signieren prüft Alice die tatsächlich verwendeten Eingänge, die vollständige Empfängeradresse, den Betrag, ihren Change und die Gesamtgebühr. Eine Signatur genehmigt eine konkrete Transaktion; angekreuzte Felder allein ergeben noch keine fertige Zahlung. Die gewählten Mittel müssen für Betrag und Gebühr reichen. Wer einen noch unbestätigten Zahlungseingang ausgibt, macht die neue Zahlung von der Transaktion abhängig, aus der die Mittel stammen. Gelangt diese frühere Transaktion nicht in die Blockchain, kann auch die Zahlung, die ihren Ausgang ausgibt, nicht bestätigt werden. Die manuelle Auswahl soll beim Verstehen helfen, nicht zum Ändern unverstandener Einstellungen verleiten. [4]

Das hängt vom Programm und seiner Version ab. Bei fundrawtransaction in Bitcoin Core v29.0 ist add_inputs standardmäßig aktiviert: Reichen die angegebenen Eingänge nicht aus, kann das Programm weitere hinzufügen. Wer ausschließlich ausgewählte UTXOs ausgeben möchte, muss diese Option und den fertigen Entwurf prüfen. listunspent zeigt verfügbare Ausgänge. txid bezeichnet die frühere Transaktion, vout die Position ihres Ausgangs; gemeinsam kennzeichnen sie ein UTXO. solvable bedeutet, dass das Programm weiß, wie es ausgegeben werden könnte, nicht dass die nötigen privaten Schlüssel vorhanden sind. Das Erstellen einer Transaktion ersetzt keine fehlenden Signaturen. [4] [3]

Coin Control hilft, wenn Sie bestimmte Eingänge bewusst getrennt halten oder ihre Ausgabekosten verstehen möchten. Es ersetzt kein sicheres Backup, verändert keine Vergangenheit und löscht keine bereits veröffentlichte Verbindung. Sie müssen es nicht bei jeder Zahlung benutzen. Entscheidend ist zu erkennen, wann die automatische Auswahl passt und wann Sie selbst entscheiden möchten. Anschließend prüfen Sie, ob der Transaktionsentwurf dieser Absicht entspricht. [3] [2]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit UTXO, Wallet, Change Address, Bitcoin-Privatsphäre. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Change Address, CoinJoin, Bitcoin-Privatsphäre, Coin Selection.

DOC · 001BIP 141: transaction weightPrimärquelle DOC · 002BIP 78: Payjoin and ownership heuristicsPrimärquelle DOC · 003Bitcoin Core v29.0: listunspentDokumentation DOC · 004Bitcoin Core v29.0: fundrawtransactionDokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung