Fedimint ist ein modulares Protokoll für föderierte Anwendungen, das Bitcoin, Lightning Network und blind signiertes E-Cash verbindet. Nutzer halten Token einer bestimmten Föderation, nicht eigene Schlüssel zu jedem zugrunde liegenden Bitcoin-Ausgang.
Fedimint bezeichnet Software und Protokoll. Eine ausgewählte Guardian-Gruppe betreibt die Föderation, die Client-App ist eine weitere Ebene. Standardmodule bieten Bitcoin-Wallet, Mint und Lightning. Föderationskonsens ist kein Bitcoin-Konsens; verschiedene Föderationen teilen nicht automatisch Token oder Reserven. [Fedimint — Project overview] [Fedimint — Architecture]
Die Mint signiert verblindete Anfragen; der Client kombiniert Signaturanteile und entfernt die Verblindung. Die technische Dokumentation beschreibt BLS auf BLS12-381, nicht FROST als E-Cash-Signatur. Jede Stückelung hat einen eigenen Schlüssel: Die Mint kennt daher trotz Verblindung die ausgegebenen Wertklassen. [Fedimint — Threshold Blind Signatures]
Eine Signatur lässt sich am Föderationsschlüssel prüfen, ohne den unbenutzten Zustand zu beweisen. Die Föderation registriert ausgegebene Nonces und weist Wiederholungen ab. Beim Übertragen kopierbarer Daten braucht der Empfänger erfolgreiche Neuausgabe frischer Token; eine Zeichenfolge allein verhindert keinen Wettlauf mit einer Kopie. [Fedimint — Threshold Blind Signatures]
Ein beispielhafter 3-of-4-Ausgabeschwellenwert benötigt drei gültige Anteile: Ein ausgefallener Guardian lässt ihn noch zu, zwei nicht. Drei kooperierende Anteilshalter können signieren; Kryptografie allein garantiert weder Ehrlichkeit noch Deckung. E-Cash-Schwelle und Bitcoin-Reservebefugnis konkret prüfen. [Fedimint — Threshold Blind Signatures] [Fedimint — Wallet Module]
Für eine On-chain-Einzahlung weist der Client einen vom Modul akzeptierten Ausgang nach. Bei Auszahlung erstellt und signiert die Föderation eine Reservetransaktion. E-Cash-Besitz gibt kein automatisches einseitiges Signierrecht. Guardian-Verfügbarkeit, Reserven, Gebühren und erforderliche Bestätigungen bleiben Bedingungen der Einlösung. [Fedimint — Wallet Module]
Ein Gateway verbindet die Föderation mit Lightning und hält beidseitige Liquidität. Die V2-Dokumentation beschreibt Zahlungsverträge und Preimages; das Gateway ist nicht automatisch Guardian. Ausfall oder fehlende Liquidität kann Zahlungen trotz funktionierender Mint verhindern. Eine Lightning-Schnittstelle beweist keine sofortige Auszahlung beliebiger Beträge. [Fedimint — Lightning Module V2]
Blinde Signaturen schützen die kryptografische Verbindung zwischen Ausgabe und späterer Einlösung. Zeit- und Betragskorrelationen, Netzwerkmetadaten und Wissen der Gegenpartei oder des Gateways bleiben möglich. Beobachter und Zahlungsphase unterscheiden: Private Token bedeuten keine anonymen Ein- und Auszahlungen. [Fedimint — Threshold Blind Signatures] [Fedimint — Lightning Module V2]
Das Wiederherstellungsdesign nutzt Client-Wurzelgeheimnis, verschlüsselte Snapshots und verfügbare Föderationshistorie; Unterstützung hängt von App und Version ab. Es ist kein gewöhnlicher Bitcoin-Seed-Import in beliebige Wallets. Token-Wiederherstellung und Auszahlungstest unterscheiden sich: Ein korrektes Backup ersetzt weder fehlende Reserven noch notwendige Guardians. [Fedimint — Client E-cash Backup and Recovery] [Fedimint — Wallet Module]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Cashu, Chaumsches eCash, Lightning Network, Multisig, Gegenparteirisiko, Selbstverwahrung. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Chaumsches eCash, Cashu.