Gap Limit begrenzt die Zahl aufeinanderfolgender unbenutzter Adressen bei der Suche in einem deterministischen Zweig. Es begrenzt die Erkennung der Historie, nicht die Zahl ableitbarer Schlüssel; eine Überschreitung bedeutet allein keinen kryptografischen Verlust von Guthaben.
Eine benutzte Adresse unterbricht die unbenutzte Reihe und setzt den Lückenzähler zurück. Beispiel mit Grenze 20: Index 0 hat Historie, die Indizes 1–20 nicht; die Suche endet daher vor Index 21 und kann eine dortige Zahlung übersehen. Dies ist keine Obergrenze von zwanzig Adressen für die gesamte Wallet. [BIP 44 — Account discovery and address gap limit]
BIP 44 legt ein Address gap limit von 20 für die Suche im externen Empfangszweig fest. Software soll bei der Erzeugung einer Adresse jenseits dieser Grenze warnen. Das ist eine bestimmte Wiederherstellungskonvention, keine Konsensregel oder Pflichteinstellung jeder Wallet; andere Systeme können andere Bereiche verwenden. [BIP 44 — Account discovery and address gap limit]
BIP 44 sucht Transaktionshistorie, keinen positiven Saldo. Eine Adresse, die Geld erhalten und später alles ausgegeben hat, bleibt benutzt. Würde ein leerer Saldo als unbenutzte Adresse gelten, könnte die Suche vorzeitig enden und spätere Zahlungen auslassen. [BIP 44 — Account discovery and address gap limit]
BIP 44 beginnt mit Konto 0 und prüft dessen externen Zweig; bei gefundener Historie folgt das nächste Konto. change=0 empfängt Zahlungen, change=1 nimmt eigenes Wechselgeld auf. Das erste Konto ohne Historie beendet die Kontensuche, weshalb der Standard das Überspringen leerer Konten begrenzt. Die Grenze eines Zweigs ist kein gemeinsamer Zähler aller Konten. [BIP 44 — Account discovery and address gap limit]
Die Electrum FAQ warnt ausdrücklich, dass jenseits des Gap Limit generierte Adressen bei gewöhnlicher Seed-Wiederherstellung möglicherweise nicht automatisch gefunden werden. Dokumentierte Abhilfen sind eine höhere Grenze oder das Ableiten weiterer Adressen bis zur benutzten Stelle. Der FAQ-Standardwert 20 bezieht sich auf Electrum 2.0 und wird hier nicht als Einstellung aller heutigen Wallets dargestellt. [Electrum FAQ — Gap limit and generated addresses]
Das RPC importdescriptors in Bitcoin Core 29.0 unterscheidet range, next_index und timestamp. Ein Bereich abgeleiteter Indizes ist keine Abbruchregel für unbenutzte Adressen; next_index setzt den nächsten zu erzeugenden Index. timestamp legt den Scanbeginn fest. now ersetzt keine vollständige historische Wiederherstellung; die Dokumentation bezieht auch Blöcke bis zu zwei Stunden vor dem frühesten timestamp und den Mempool ein. Ein korrekter Bereich ohne passende gescannte Historie reicht daher nicht aus. [Bitcoin Core 29.0 — importdescriptors RPC]
BIP 32 leitet Schlüssel deterministisch ab, doch die Suche muss mit der richtigen Wallet, dem richtigen Konto, Ableitungspfad und Skripttyp beginnen. Ein höheres Gap Limit korrigiert weder einen anderen Seed noch eine andere Passphrase. Ein xpub allein kann außerdem keine hardened Nachkommen ableiten; ein erweiterter Scan ersetzt keine fehlende Ableitungsfähigkeit. [BIP 32 — Hierarchical Deterministic Wallets] [BIP 39 — From mnemonic to seed]
Eine breitere Suche bedeutet mehr abgeleitete Adressen und Abfragen und kann einem entfernten Server zusätzliche Wallet-Zusammenhänge offenlegen. Die Wiederherstellung wird anhand bekannter Adressen und Transaktionen geprüft, einschließlich bereits ausgegebener Eingänge. Ein erweiterter Scan verändert weder die Blockchain noch bewegt er Coins; sein Erfolg hängt auch von richtigen Ausgangsdaten und verfügbarer Historie ab. [BIP 44 — Account discovery and address gap limit] [Electrum FAQ — Gap limit and generated addresses] [BIP 32 — Hierarchical Deterministic Wallets]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit HD Wallet, Derivation Path, Extended Public Key (xpub), Output Descriptor, Wechselgeld-Ausgang. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem HD Wallet, Derivation Path.