BIP 54 verschärft vier historische Konsens-Randfälle ohne neuen nutzerseitigen Opcode; Complete bedeutet eine fertige Spezifikation, nicht die Aktivierung im Bitcoin-Mainnet.
Antoine Poinsot und Matt Corallo bündelten in BIP 54 vier eng begrenzte Reparaturen: Timewarp, extrem teuer zu validierende Blöcke, die Merkle-Baum-Schwäche bei 64-Byte-Transaktionen und das künftige Risiko doppelter Coinbase-Transaktionen. Das Paket fügt keinen neuen nutzerseitigen Opcode hinzu. [1]
An jeder Grenze einer Periode von 2016 Blöcken muss der Zeitstempel des ersten Blocks mindestens der Zeit des vorherigen Blocks minus 7 200 Sekunden entsprechen und der letzte mindestens der Zeit des ersten Blocks der Periode. Das schließt klassischen Timewarp und eine negative Murch–Zawy-Periode. [1]
Für jede Nicht-Coinbase-Transaktion setzt es eine Obergrenze von 2 500 Legacy Signature Operations, gezählt in scriptSig, scriptPubKey und P2SH redeemScript. Laut BIP sinkt damit die Validierungszeit im schlimmsten Fall ungefähr um den Faktor vierzig, ohne normale Standardtransaktionen zu treffen. [1]
Transaktionen mit einer Serialisierung ohne Witness-Daten von exakt 64 Byte wären nach Aktivierung ungültig. Dieselben 64 Byte lassen sich sonst als Hash-Paar eines inneren Merkle-Baum-Knotens deuten, was sichere vereinfachte Beweise erschwert. [1]
Die Coinbase müsste nLockTime gleich Blockhöhe minus 1 und nSequence ungleich 0xffffffff setzen. Jede künftige Coinbase unterscheidet sich damit von historischen Ausnahmen; nach Aktivierung kann die BIP-30-Prüfung vor der nächsten riskanten Höhe 1 983 702 dauerhaft entfallen. [1]
Die Spezifikation erreichte im Mai 2026 Version 1.0.0 und den Status Complete. Der Changelog nennt den 22. Mai; Bitcoin Core besitzt eine Referenzimplementierung ohne Mainnet-Aktivierung und erzeugt schon kompatiblere Blockvorlagen, doch nichts davon schaltet die neuen Regeln selbst ein. [3]
Der Entwurf BIP 95 für Testnet 5 sieht BIP 54 ab Block 1 vor, ist aber selbst noch Draft. Testnetz, Signet oder inaktiver Code helfen beim Prüfen einer Implementierung; sie belegen keinen Mainnet-Konsens. [4]
Zur Prüfung einer Aussage sind die aktuelle BIP-Version, der Status eines Aktivierungsmechanismus und die genaue Node-Version zu kontrollieren. Complete bezeichnet das fertige Dokument; die vollständige Validierung der neuen Regeln beginnt nur nach einer gesonderten Soft-Fork-Aktivierung, falls sie erfolgt. [2]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Konsensregeln, Soft Fork, Timewarp Attack, Proof of Work, Bitcoin Core, Transaktion. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Timewarp Attack.
01Ist BIP 54 im Bitcoin-Mainnet aktiv?+
Nein. Die Spezifikation ist Complete und es gibt eine Implementierung ohne Mainnet-Aktivierung, doch die Konsensverschärfungen benötigen einen eigenen Aktivierungsprozess.
02Was ändert Consensus Cleanup genau?+
Es verschärft Zeitstempel an Difficulty-Periodengrenzen, begrenzt Legacy Sigops je Transaktion, verbietet exakt 64 Byte große Transaktionen ohne Witness-Daten und erzwingt die Eindeutigkeit künftiger Coinbase-Transaktionen.